Gemeinschaftliche Reinigung der Stolpersteine
Initiiert worden war die Aktion im Jahr 2023 durch Bürgermeister Marcel Mittelbach: Jeweils am Montag vor dem 9. November – dem Tag, an dem auch in Waltrop der November-Pogrome gedacht wird – werden seither die Stolpersteine in Waltrop vom Schmutz befreit und wieder besser sichtbar gemacht.
Stolpersteine erinnern europaweit an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie sind jeweils im Gehsteig vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der verfolgten Personen eingelassen.
Bei der Reinigungsaktion in der Waltroper Innenstadt dabei waren auch diesmal wieder Delegationen der Realschule Waltrop, der Gesamtschule Waltrop sowie des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Erstmals beteiligt waren Schülerinnen und Schüler der Schule Oberwiese. Allesamt griffen sie zu Scheuerschwämmen, Reinigungsmitteln und Putztüchern, um den Steinen wieder neuen Glanz zu verleihen.
Auch die Landtagsabgeordnete Lisa Kapteinat schloss sich der Gruppe an, genau wie Josef Schneider, Mitglied des ehemaligen Arbeitskreises Jüdisches Gedenken und Stadtführer in Waltrop.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Waltrop und Begleiterin des Arbeitskreises Gedenkkultur, Mareike Berweger, richtete zu Beginn der Reinigungsaktion einige Worte an die Anwesenden. Man sei in der Pflicht, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten – die Erinnerung an Ausgrenzung, an Verfolgung, letztlich an Mord. Leitend sei dabei Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Insgesamt sind in der Waltroper Innenstadt an vier Orten 16 Stolpersteine zu finden. Im Juni 2022 waren die Gedenksteine aus Messing im Beisein des Künstlers und Initiators der Aktion „Stolpersteine“, Gunter Demnig, verlegt worden. Sie erinnern an die jüdischen Familien, die einst in Waltrop gelebt hatten: Familie Rosenthal, Familie Spanier, Familie Rosenblum und Familie Baum.