Eine Woche voller Begegnungen, Musik und bewegender Momente

Fünfte Waltroper Demenzwoche
Die fünfte Waltroper Demenzwoche begeisterte mit einem vielfältigen Programm und zeigte, wie lebendig und gemeinschaftlich der Umgang mit dem Thema Demenz sein kann.

Eine abwechslungsreiche, informative und vor allem lebendige Woche liegt hinter Waltrop: Vom 19. bis 23. Oktober fand die fünfte Waltroper Demenzwoche statt. Die Organisator:innen der Aktionswoche (die Lebenshilfe, der Caritasverband Ostvest, das St.-Laurentius-Stift, die Volkshochschule Waltrop und die Altenhilfekoordination der Stadt Waltrop) gestalteten ein vielfältiges Programm und luden dazu ein, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen, Neues zu erfahren, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu erleben.

Den Auftakt am Montag machte die offizielle Eröffnung durch den Bürgermeister Marcel Mittelbach. In seinem Beitrag setzte er sich mit der sogenannten Kitwood-Blume auseinander, deren Symbolik auch im Logo der Demenzwoche aufgegriffen wird. Die Blume steht für die grundlegenden Bedürfnisse und die Persönlichkeit eines Menschen mit Demenz und machte damit bereits zu Beginn deutlich, worauf es im Umgang miteinander ankommt: den Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen. 

Im Anschluss informierte Stefan Wierzba vom St.-Laurentius-Stift über Diagnosemöglichkeiten und die ersten Schritte bei einem Demenzverdacht. Er beantwortete viele Fragen und gab den Gästen hilfreiche Informationen zu Anlaufstellen in Waltrop.

Der Dienstag startete musikalisch: Beim gemeinsamen Singangebot erfüllten die Stimmen der zahlreichen Singbegeisterten beinahe die gesamte VHS. Schnell entstand ein großer Chor, der eindrucksvoll zeigte, wie verbindend Musik sein kann. 

Am Abend stand Literatur auf dem Programm: Wolfgang Tänzer vom Bücherwurm Datteln las aus dem Roman „Der Bademeister ohne Himmel“ von Petra Pellini. Mit viel Einfühlungsvermögen und Lebendigkeit verstand er es, die Zuhörer:innen in die Geschichte mitzunehmen. Die Autorin selbst wurde per Videoschaltung zugeschaltet und berichtete über ihr Buch. Im anschließenden Gespräch beantwortete sie die Fragen des Publikums. Es entstand eine besonders gemütliche und persönliche Atmosphäre, die diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis machte.

Kreativ ging es am Mittwoch weiter. In einer Schreibwerkstatt setzten sich die Teilnehmenden mit Worten, Gedanken und persönlichen Eindrücken auseinander. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein schöner Gedichtband entstand, der die Kreativität und Ausdruckskraft der Beteiligten widerspiegelt. 

Am Abend folgte ein weiterer fachlicher Höhepunkt. Peter Leidig von der Lebenshilfe vermittelte in seinem informativen Vortrag viele neue Erkenntnisse und wichtige Impulse: Er sprach über die Bedeutung der Eingliederungshilfe für früh an Demenz erkrankte Menschen. Die Eingliederungshilfe dient dazu, Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglichen. Sowohl Angehörige als auch Fachkräfte konnten wertvolle Informationen und Anregungen für ihren (Arbeits-)Alltag mitnehmen.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Erlebens und Kennenlernens. Der Demenz-Parcours erfreute sich großer Nachfrage. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmenden erfahren, wie herausfordernd alltägliche Situationen für Menschen mit Demenz sein können.

Am Nachmittag bot der Markt der Möglichkeiten Gelegenheit, zahlreiche Waltroper Anbieter:innen, Einrichtungen und Unterstützungsangebote rund um das Thema Demenz kennenzulernen. Hier wurde deutlich, wie vielfältig das Engagement vor Ort ist und wie wichtig ein gut vernetztes Unterstützungsangebot für Betroffene und ihre Angehörigen ist.

Einen schwungvollen Abschluss fand die Demenzwoche am Freitag beim Tanztee mit DJ Martin. Es wurde getanzt, gesungen und geschunkelt. Die Stimmung war ausgelassen und herzlich – ein schöner Schlusspunkt der fünf ereignisreiche Tage, die einmal mehr zeigten, dass Lebensfreude, Musik und Gemeinschaft keine Frage des Alters oder einer Diagnose sind.

Aus Sicht der Organisator:innen hat die fünfte Waltroper Demenzwoche gezeigt, wie wichtig Information, Austausch und Begegnung sind, denn neben fachlichen Beiträgen standen vor allem Gemeinschaft und Teilhabe im Mittelpunkt.

Das Organisationsteam blickt dankbar auf diese bunte und lebendige Woche zurück. Und die Vorfreude ist bereits groß: Die Planungen für die Waltroper Demenzwoche 2027 können kommen!

Zwei Frauen, eine davon sitzend auf einem Stuhl an einem Tisch, die andere halb stehend, halten sich umarmt.
Viele herzerwärmende Momente kennzeichneten die fünfte Waltroper Demenzwoche.