Prüfbericht der Stadt Waltrop durch die gpaNRW vorgestellt
Im Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Waltrop waren am Dienstag Prüfer Andreas Meyer, Projektleiterin Stephanie Höpker und Simone Kaspar, Stellvertreterin des Präsidenten der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpaNRW), zu Gast und präsentierten den Ausschuss-Mitgliedern die analysierte Haushaltssituation, die Prüfungsergebnisse und die Empfehlungen in den untersuchten Prüfgebieten und Handlungsfeldern.
Die Analyse der gpaNRW verdeutlicht, dass die Haushaltssituation der Stadt Waltrop herausfordernd bleibt, obwohl die Jahresüberschüsse der Jahre 2016 bis 2024 positiv ausgefallen sind und Entlastungen durch die Altschuldenlösung und das NRW-Infrastrukturgesetz erwartet werden. Da die Liquiditätskredite und die Gesamtverschuldung auf einem hohen Niveau seien, bestehe aufgrund der Überschuldung jedoch weiterhin ein finanzieller Handlungsdruck, so gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar. Die von der Stadt Waltrop eingerichtete Finanzkommission sei dabei zu begrüßen.
Auch die Gremienarbeit war Gegenstand der Prüfung, ebenso der Bereich "Personal, Organisation und IT". Mit Blick auf den hohen Altersdurchschnitt der Mitarbeitenden und die demografischen Fluktuationen sei sich die Stadt Waltrop des Risikos eines drohenden Wissensverlusts und der erschwerten Stellennachbesetzung bewusst. Auf organisatorischer Ebene könne sie durch Aufgabenkritik, interkommunale Zusammenarbeit, Wissensmanagement, effektive digitale Verwaltungsprozesse und Personalbemessungen agieren. Auf personalwirtschaftlicher Ebene nähmen Personalbindung, Qualifizierung und Gesundheitsmanagement an Relevanz zu. In beiden Bereichen agiere die Stadt Waltrop engagiert und pragmatisch.
Was kommunales Krisenmanagement betrifft, so habe die Stadt Waltrop bereits gute organisatorische Strukturen geschaffen - unter anderem durch die Einrichtung eines Stabes für außergewöhnliche Ereignisse.
Im Bereich Jugendamt (Prüfgebiet Hilfe zur Erziehung) sei die Anzahl der stationären Hilfen reduziert worden. Entgegen dem interkommunalen Trend gelinge es, die Fallaufwendungen vergleichsweise gering zu halten. Gleichwohl weisen die Aufwendungen im Bereich Hilfe zur Erziehung aufgrund einer erhöhten Falldichte eine überdurchschnittliche finanzielle Belastung auf. „Daher sollte die Stadt weiterhin die Zugänge und Laufzeiten in einzelnen Fallarten regelmäßig prüfen“, so Stephanie Höpker.
Das Fazit der gpaNRW: "Die geprüften Bereiche belegen für Ihre schöne Stadt der Schiffshebewerke weitgehend gute, leistungsfähige Organisationsstrukturen. Unser Prüfungsbericht zeigt noch einzelne Optimierungspotenziale auf“, unterstreicht gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar.
Bürgermeister Marcel Mittelbach erklärt: „Die Stadt Waltrop macht ihre Hausaufgaben, das lese ich sehr deutlich aus dem diesjährigen Bericht der gpaNRW heraus. Hierfür bin ich allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen sowie meinem Allgemeinen Vertreter Stefan Wilke, der die städtische Gesamtkoordination der gpaNRW-Prüfung übernommen hat, sehr dankbar! Gleichlautend richtet sich mein Dank auch an die Prüferinnen und Prüfer der gpaNRW sowie gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar, die mit ihrem Fachwissen weitere Potenziale identifiziert haben."
Eine Langfassung der Pressemitteilung ist dieser Meldung beigefügt.