Hannah Arendt: „Banalität des Bösen“
Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt (1906–1975) ist eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts.
Bei ihrer Suche nach Gründen für die Gräuel der Nationalsozialisten hat sie 1961 den Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Jerusalem beobachtet. Er organisierte die Verfolgung, Vertreibung und Deportation von Millionen Juden und war für deren Ermordung verantwortlich. Was war das für ein Mensch, der das tun konnte? Sie sah in ihm jemanden von „ganz ungewöhnlicher Beflissenheit“, einen „gesetzestreuen Bürger“, der keine „teuflisch-dämonische Tiefe“ hatte.
Daraus prägte sie den Begriff von der „Banalität des Bösen“, weswegen sie kritisiert und angefeindet wurde. Um die Frage nach dem Bösen, die Psyche der Täter und Vollstrecker, die Machtmechanismen totalitärer Systeme und die Unterwerfungsbereitschaft der Menschen geht es in dem Vortrag, der mit aktuellen Bezügen zu Gesellschaft und Politik ergänzt wird.