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 Auf dem Bild: Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Mitglieder des Stadtrats beim Hissen der Flagge vor dem Rathaus. Foto: Stadt Waltrop.
Überschrift
Internationaler „Mayors for Peace“-Flaggentag: Bürgermeisterin Moenikes appelliert für Frieden, Abrüstung, Demokratie und Gerechtigkeit
Datum
09.07.2020
Meldung

Am gestrigen 8. Juli 2020 hat Bürgermeisterin Nicole Moenikes zum bereits dritten Mal vor dem Waltroper Rathaus die Flagge des weltweiten Bündnisses „Mayors for Peace“ hissen lassen. Sie symbolisiert den Einsatz für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen in einem globalen Netzwerk. 

Nicole Moenikes begrüßte im Rahmen der Aktion Friedensfreunde aus dem Rat und der Stadt: „Jedes Jahr zum 8. Juli, dem internationalen Flaggentag, wird vor dem Rathaus unserer Gemeinde die grüne Mayors-for-Peace-Flagge gehisst. Mit diesem Zeichen appellieren Bürgermeister und Bürgermeisterinnen gemeinsam für den Frieden und für die Abschaffung von Atomwaffen. Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes vom 8. Juli 1996, wonach der Einsatz von Atomwaffen gegen internationales Recht und gegen Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt.“

„Der Stadtrat der Stadt Waltrop hat im März 2018 dem Beitritt zum weltweiten Bündnis ‚Mayors for Peace‘ zugestimmt – ein Zusammenschluss, der durch den Bürgermeister von Hiroshima 1982 initiiert wurde. Das Ziel ist eine verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen. Über 7.000 Städte und Gemeinden aus über 160 Ländern gehören dem Netzwerk an. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wollen die Mayors for Peace das Bewusstsein für das Thema der atomaren Bedrohung und die Folgen für die Bevölkerung schärfen“, so Waltrops Bürgermeisterin weiter.

Was geschah im August 1945 in Japan?

Nicole Moenikes erinnerte an die Atombombenabwürfe von 1945 und deren verheerende Folgen: „US-Präsident Harry S. Truman befahl am 6. August 1945 der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima und am 9. August auf Nagasaki, um Japan möglichst schnell zur Kapitulation zu bewegen. Japan kapitulierte angesichts der verheerenden Ausmaße am 14. August. Beide japanischen Städte wurden so zu Synonymen für die schrecklichen Auswirkungen des Einsatzes von Atombomben.“

Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohnerinnenzahlen herausgehobene Ziele. Das Bündnis der Mayors for Peace setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen.

Bürgermeisterin Moenikes: „Frieden als tägliche Aufgabe“

„Machen wir uns nichts vor und werden wir erwachsen, liebe Friedensfreunde. Selbst wenn alle Atomwaffen dieser Welt verschrottet würden - und wie gut wäre es, wenn uns das wirklich gemeinsam gelänge - aber selbst, wenn es gelänge: die Idee, die Technik und die Möglichkeit, sie wieder schnell zu aktivieren, wird uns bis zum Ende der Menschheitsgeschichte wie ein Schatten begleiten. Die Waffen kann man zerstören, das Wissen um sie nie mehr.

Diese Flagge ist wie der Friede, von dem sie spricht, nicht nur etwas Symbolisches, dass sich leicht verflüchtigt. Sie ist im Sinne der „Mayors for Peace" eine Selbstverpflichtung, nicht mehr den Krieg, sondern den Frieden als täglichen Ernstfall anzusehen, ihn als tägliche Aufgabe wahrzunehmen, wie unser ehemaligen Bundespräsident Gustav Heinemann einmal gesagt hat: ‚Der Friede ist der Ernstfall, nicht der Krieg‘.“

Nicole Moenikes weiter: „Es ist wichtig, die Erinnerung daran aufrecht zu erhalten, welches Leid der Atomwaffeneinsatz im August 1945 über unzählige Menschen in Hiroshima und Nagasaki gebracht hat.

Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes ist leider nicht gebannt. Immer wieder müssen wir zur Kenntnis nehmen, wie versucht wird, Konflikte mit kriegerischen Mitteln zu lösen, in der Ukraine, im Nahen Osten und anderswo in der Welt. Die Androhung von Chemiewaffen ist nicht der richtige Weg, um gegenseitigen Respekt und Sicherheit zu erhalten. Die Stadt Waltrop möchte hiermit ein starkes Zeichen für den Frieden und die Abschaffung aller Atomwaffen in die Welt senden.“

Erinnerung auch an Polizistenmord vor 20 Jahren: „Kampf gegen Extremismus jeder Art“

„Obwohl es eigentlich nicht ganz zu dem Thema passt“, schlussendlich aber dennoch zum Thema Frieden und Demokratie gehört, erinnerte Nicole Moenikes zum Schluss noch an die Polizeibeamtin und den Polizeibeamten, die vor 20 Jahren vor den Toren Waltrops von einem Dortmunder Neonazi ermordet worden sind: „Diese Tat eines Rechtsextremisten muss uns mahnen, entschieden gegen jegliche Formen von Extremismus einzustehen und uns diesen entgegenzustellen.

Bei ihrem Einsatz für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung sind Polizistinnen und Polizisten trotz aller Vorsicht tagtäglich Gefahren ausgesetzt. Die Verbrechen dieses Rechtsextremisten erscheinen wie ein Symbol für Hass und Gewalt. Sie mahnen zur Wachsamkeit und bekräftigen uns darin, auch weiterhin unentwegt den Kampf gegen Extremismus jeder Art fortzuführen.“

In Zeiten des Populismus mit allen seinen erschreckenden Erscheinungsbildern gehört das Eintreten für Demokratie, Gerechtigkeit, Menschenwürde und Menschenrechte zu den wichtigsten Aufgaben der Friedensarbeit. 


KURZINFO: Waltrop als Flaggenstadt 

Der Rat der Stadt Waltrop hat im März 2018 dem Beitritt zum weltweiten Bündnis „Mayors for Peace“ zugestimmt. Das Ziel ist eine verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wollen die Mayors for Peace das Bewusstsein für das Thema der atomaren Bedrohung und die Folgen für die Bevölkerung schärfen.


KURZINFO: Mayors for Peace 

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7.900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 Städte in Deutschland.


KURZINFO: New-Start-Vertrag

Der Vertrag ist das letzte bilaterale atomare Abrüstungsabkommen. Es sieht vor, die interkontinentalen Atomwaffen Russlands und der USA auf je 700 Trägersysteme und hundert in Reserve sowie 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Es trat am 5. Februar 2011 in Kraft und wird am 5. Februar 2021 enden.


Auf dem Bild: Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Mitglieder des Stadtrats beim Hissen der Flagge vor dem Rathaus. Foto: Stadt Waltrop.