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Mayors for Peace: Waltrop ist Flaggenstadt für eine Welt ohne Atomwaffen
Datum
01.07.2020
Meldung

Am 8. Juli 2020 wird Bürgermeisterin Nicole Moenikes wie in den Vorjahren vor dem Rathaus die Flagge des weltweiten Bündnisses „Mayors for Peace“ hissen. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden in diesem Jahr für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

Nicole Moenikes erklärt: „75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung auf eine Welt ohne Kernwaffen immer noch nicht erfüllt. Allein in Deutschland wird am 8. Juli vor 360 Rathäusern mit dem Hissen der Flagge an diesen Wunsch erinnert. Wir fordern die Atommächte auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen.“

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer rund 13.400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die bestehenden Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale drohen könnte.

Der Flaggentag der „Mayors for Peace“ erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im Allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen (Quelle: https://www.icanw.de/fakten/nuklearwaffen-eine-chronologie). Mittlerweile nehmen weltweit fast 8000 Städte in über 160 Ländern und Regionen an der Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohnerzahlen herausgehobene Ziele. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Das Bündnis der Mayors for Peace setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein.


KURZINFO: Waltrop als Flaggenstadt 

Der Rat der Stadt Waltrop hat im März 2018 dem Beitritt zum weltweiten Bündnis „Mayors for Peace“ zugestimmt. Das Ziel ist eine verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wollen die Mayors for Peace das Bewusstsein für das Thema der atomaren Bedrohung und die Folgen für die Bevölkerung schärfen.


KURZINFO: Mayors for Peace 

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7.900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 Städte in Deutschland.


KURZINFO: New-Start-Vertrag

Der Vertrag ist das letzte bilaterale atomare Abrüstungsabkommen. Es sieht vor, die interkontinentalen Atomwaffen Russlands und der USA auf je 700 Trägersysteme und hundert in Reserve sowie 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Es trat am 5. Februar 2011 in Kraft und wird am 5. Februar 2021 enden.


Auf dem Bild: Originales Logo des 1982 in Hiroshima gegründeten Bündnisses „Mayors for peace“. Foto: © Mayors for peace