Aktuelles aus Waltrop Archiv

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Auf dem Bild: Frau wäscht sich die Hände. Foto: bonnontawat, freepik.com
Überschrift
Informationen zum Umgang mit dem Corona-Virus im Schulbereich
Datum
08.06.2020
Meldung

DIESE MELDUNG WIRD LAUFEND AKTUALISIERT UND WURDE URSPRÜNGLICH AM 13.03.2020 VERÖFFENTLICHT.

UPDATE VOM 08.06.2020

NORMALBETRIEB AN DEN GRUNDSCHULEN BZW. AN DEN SCHULEN DER PRIMARSTUFE AB DEM 15.06.2020

Seit mehreren Wochen findet an unseren Schulen nach der vollständigen Schließung am 16. März 2020 wieder ein eingeschränkter Schulbetrieb statt. Seitdem hat sich die Pandemie-Lage in Nordrhein-Westfalen etwas entspannt, das Infektionsgeschehen verlangsamt. Angesichts solcher Entwicklungen werden die Risiken des Infektionsgeschehens seitens der nordrhein-westfälischen Landesregierung „verantwortungsvoll neu bewertet“.

In Bund und Ländern besteht Einigkeit, dass der Kita- und Schulbetrieb in Bezug auf Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln gesondert zu betrachten ist. Hier tritt die Notwendigkeit der Abstandswahrung zurück, sofern konstante (Lern-)gruppen gebildet werden können und Infektionsprävention durch Vermeidung von Durchmischung geleistet werden kann. Die Landesregierung „hält daher die Wiederaufnahme eines verantwortungsvollen Normalbetriebs an den Grundschulen bzw. an den Schulen der Primarstufe ab dem 15. Juni 2020 für geboten“.

Ab Montag, den 15. Juni 2020, gilt daher Folgendes:

I. Weitere Öffnungen in den Schulen der Primarstufe

In den Grundschulen und den Primarstufen der Förderschulen kann ohne eine Teilung der Lerngruppen wieder im Klassenverband unterrichtet werden. Diese Schulen kehren damit grundsätzlich wieder zu einem Regelbetrieb mit Unterricht möglichst gemäß Stundentafel zurück.

Unterrichtskürzungen sind dann in Erwägung zu ziehen, wenn dies aufgrund von Personalmangel unvermeidbar ist. In diesen Fällen ist sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler an der Ausweitung des Unterrichts gleichmäßig teilhaben. Auf diese Weise erleben alle Schülerinnen und Schüler, auch jene mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung an den verschiedenen Förderorten vor Beginn der Sommerferien wieder den vertrauten Unterricht im Klassenverband und damit ein Stück schulische Normalität.

Zudem können in dieser Zeit Erfahrungen der zurückliegenden Wochen gemeinsam aufgegriffen und weitere Erfahrungen mit Blick auf das kommende Schuljahr gesammelt werden. Für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte und letztlich für uns alle ist dies vor allem aber auch ein Signal, dass Schule nach dem Ende der Ferien so normal wie möglich wieder stattfinden soll.

Möglich ist die Rückkehr zum Regelbetrieb durch eine Neuregelung der infektionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt steht hierbei ein schon in anderen Ländern verfolgtes Konzept. Es ersetzt für die Schulen der Primarstufe die individuelle Abstandswahrung (1,50 m) durch ein Konzept, wonach konstante (Lern-) Gruppen gebildet und durch deren Trennung Durchmischungen vermieden werden. Dies ist in der Primarstufe wegen des vorherrschenden Unterrichts im Klassenverband und wegen des Klassenlehrerprinzips, das zusätzliche Fluktuation vermeiden hilft, mit pädagogischen und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen gut vereinbar.

Für den Schulalltag bedeutet dies: Die Klassenverbände verbringen die Unterrichtszeit gemeinsam in ihrem Klassenraum. Unterrichtsangebote, die eine Durchmischung von Lerngruppen mit sich bringen würden, unterbleiben bis zum Beginn der Sommerferien. Durch gestaffelte Anfangs- und Pausenzeiten muss eine Trennung der Lerngruppen auch außerhalb des Unterrichts gewährleistet werden. Wo dies aufgrund der organisatorischen oder baulichen Gegebenheiten nicht sicherzustellen ist, gilt auf den Verkehrsflächen, auf Pausenhöfen und im Sanitärbereich weiterhin das Abstandsgebot und, sofern unvermeidbar, das Gebot zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung.

Überall dort, wo den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen wieder ein tägliches Unterrichtsangebot gemacht werden kann, endet die Notbetreuung mit Ablauf des 12. Juni 2020. Kann eine weiterführende Schule für die Jahrgangsstufen 5 und 6 ein volles Unterrichtsangebot nicht gewährleisten, wird die Notbetreuung in diesen Schulen für nicht beschulte Kinder fortgesetzt.

Unter Beachtung des Hygienekonzepts der Schule und der vorhandenen Kapazitäten wird auch der OGS-Betrieb sowie der Betrieb der sonstigen Betreuungsangebote wiederaufgenommen. Für den Vormittag (Unterricht) und den Nachmittag(OGS, weitere Betreuungsangebote) kann eine voneinander unabhängige Gruppenstruktur etabliert werden. Das bedeutet: Kinder, die an Ganztags- oder Betreuungsangeboten teilnehmen, haben täglich zwei konstante Bezugsgruppen. Die für die Sommerferien vorgesehenen OGS-Angebote werden ebenfalls unter Beachtung geltender Infektionsschutzregeln durchgeführt. 

II. Teilnahme am Unterricht bei erweitertem Schulbetrieb

Auch unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie sind alle Schülerinnen und Schüler grundsätzlich verpflichtet, am Präsenzunterricht teilzunehmen. Aus Anlass einer Erweiterung des Präsenzunterrichts ist noch einmal auf Folgendes hinzuweisen: 

  • Die Erziehungsberechtigten müssen darauf achten, dass die Kinder vor dem Schulbesuch keine der bekannten Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen.
  • Sofern Schülerinnen und Schüler eine Corona-relevante Vorerkrankung haben oder mit Angehörigen mit entsprechenden Vorerkrankungen in häuslicher Gemeinschaft leben, entfällt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020.
  • Es gelten – wie bisher schon - die Bestimmungen über Erkrankungen (§ 43 Absatz 2 Schulgesetz NRW). Die Eltern entscheiden, ob für ihr Kind eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch entstehen könnte - die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt wird angeraten. In diesem Fall benachrichtigen die Eltern unverzüglich die Schule und teilen schriftlich mit, dass aufgrund einer Vorerkrankung eine gesundheitliche Gefährdung durch die Teilnahme am Präsenzunterricht bei ihrem Kind möglich ist. In Zweifelsfällen kann die Schule von den Eltern ein ärztliches Attest verlangen und ein schulärztliches oder amtsärztliches Gutachten einholen.
  • Sofern eine Schülerin oder ein Schüler mit einem Angehörigen – insbesondere Eltern, Geschwister – in häuslicher Gemeinschaft lebt und bei diesem Angehörigen eine Corona-relevante Vorerkrankung besteht, entfällt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht, wenn ein ärztliches Attest des betreffenden Angehörigen vorgelegt wird, aus dem sich die Corona-relevante Vorerkrankung ergibt. Ist der Schulleiterin oder dem Schulleiter diese Vorerkrankung bereits bekannt, so kann von der Vorlage des Attestes abgesehen werden; in diesem Fall ist die Kenntnis der Vorerkrankung zu dokumentieren.

III. Präsenzunterricht in den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen

Im Gegensatz zu den Primarschulen ist an den weiterführenden Schulen eine Durchmischung der Lerngruppen deutlich schwieriger zu vermeiden. So erschweren die Größe der Schulen und die Organisation des Schulalltages, etwa durch Kurs- und Differenzierungssysteme sowie das Fachlehrerprinzip, ein Vorgehen wie in den Primarschulen. Daher gelten im Bereich der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen die derzeitigen Regelungen (SchulMail Nr. 20 vom 6. Mai 2020) grundsätzlich fort. Dennoch ist die Zeit bis zu den Sommerferien dafür zu nutzen, insbesondere nach dem Ende der Abschlussprüfungen den Präsenzunterricht auszuweiten. Die bisher erarbeiteten und kommunizierten Organisations-, Prüfungs- und Unterrichtskonzepte der Schulen bieten hierfür die Grundlage.

IV.  Berufskollegs

Seit dem 11. Mai 2020 ist durch die vorgenommenen Priorisierungen in den Berufskollegs die Beschulung aller Schülerinnen und Schüler bereits grundsätzlich möglich, da sie alle Schülerinnen und Schüler sowie Studierende der Bildungsgänge der Berufskollegs umfassen. Durch fortlaufend durchgeführte Abschlussprüfungen erweitern sich sukzessive die personellen und räumlichen Kapazitäten der einzelnen Berufskollegs.

Angepasst an die geänderten Rahmenbedingungen bzw. Vorgaben des Infektionsschutzes ist bis zu den Sommerferien schrittweise der Unterricht aller Schülerinnen und Schüler und Studierenden zumindest tageweise im Präsenzunterricht zu realisieren.

Dabei ist die Sicherstellung der Schullaufbahnen in Abschlussklassen und in der Folge die Erweiterung des zumindest tageweisen Unterrichts auf Unterricht in Orientierung an der Stundentafel zunächst für folgende Prioritätsgruppe 1 zu ermöglichen: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums, in 3,5-jährigen oder 2,5-jährigen dualen Ausbildungsverhältnissen, die im Herbst 2020 ihre Berufsabschlussprüfungen ablegen; im 2. Jahr dreijähriger dualer Ausbildungsberufe, sofern der 1. Teil der gestreckten Abschlussprüfung wegen der durch die Corona-Pandemie bedingten Aussetzung des Schulbetriebs auf den Herbst verschoben wurde.

Danach werden die Klassen der Prioritätsgruppe 2 in Orientierung an der Stundentafel beschult: Schülerinnen und Schüler im 2. Jahr dreijähriger dualer Ausbildungsberufe, im 1. Jahr zweijähriger dualer Ausbildungsberufe, im 2. Jahr dreijähriger Bildungsgänge zum Erwerb eines Berufsabschlusses nach Landesrecht, im 1. Jahr zweijähriger Bildungsgänge mit Berufsabschluss nach Landesrecht sowie Studierende im 1. Jahr der Fachschulen.

Anschließend ist entsprechend für die 3. Prioritätsgruppe zu verfahren: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums, im 1. Jahr drei- und 3,5-jähriger dualer Ausbildungsberufe, im 1. Jahr zweijähriger Bildungsgänge ohne Berufsabschluss nach Landesrecht, im 1. Jahr dreijähriger Bildungsgänge zum Erwerb eines Berufsabschlusses nach Landesrecht

Auch bei der angestrebten Ausweitung des Unterrichts wird somit weiterhin sowohl der Chancengerechtigkeit hinsichtlich nächstgelegener Prüfungen und Abschlüsse wie auch den individuellen Kapazitäten der einzelnen Berufskollegs Rechnung getragen.

V. Lernen auf Distanz

Schülerinnen und Schülern, denen Präsenzunterricht nicht in vollem Umfang angeboten werden kann, erhalten auch weiterhin ergänzende Lernangebote für das Lernen auf Distanz, die sich möglichst an der Stundentafel orientieren.

Für den gesamten Zeitraum seit Beginn der Schulschließung gilt, dass Leistungen, die während des Lernens auf Distanz erbracht wurden und werden, nur für eine Verbesserung der Abschlussnote herangezogen werden können. Nicht erbrachte oder nicht hinreichende Leistungen hingegen werden nicht in die Zeugnisnote einbezogen. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Gründe für die Nichterledigung oder die geminderte Qualität der Bearbeitung vorgelegen haben mögen, die nicht von den Schülerinnen und Schülern zu verantworten sind.

UPDATE VOM 19.05.2020

WIEDERAUFNAHME DES UNTERRICHTS AN FÖRDERSCHULEN GE & KME AB DEM 25.05.2020

Ziel ist, dass alle Schülerinnen und Schüler, denen dies aus gesundheitlichen Gründen möglich ist, bis zu den Sommerferien wieder die Schule besuchen können. Am 23. April 2020 begann die Wiederaufnahme des Schulbetriebs an den Förderschulen mit dem Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler, die in diesem Schuljahr einen Schulabschluss anstreben oder im Förderschwerpunkt Lernen die 10. Klasse besuchen. Seit dem 7. Mai 2020 wurde der Präsenzunterricht in der Primarstufe und seit dem 11. Mai 2020 in allen Jahrgangsstufen in begrenztem Umfang ermöglicht – wobei grundsätzlich dasselbe Prinzip wie an den allgemeinen Schulen gilt. Eine Ausnahme bei der generellen Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts bildeten bislang die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten GE (Geistige Entwicklung) sowie KME (Körperlich-Motorische Entwicklung).

Die Tatsache, dass die Wiederaufnahme des Unterrichts an diesen Förderschulen noch nicht erfolgt ist liegt daran, dass die Einhaltung der Hygienevorgaben, die Vorkehrungen zur Abstandshaltung, die Bereitstellung von Schutzmaterial und die Organisation des Schülertransports besondere Herausforderungen darstellen. Insbesondere für die Förderschulen GE und KME werden daher finanzielle Mittel bereitgestellt, mit denen über die für alle Schulen bereitgestellten so genannten Alltagsmasken hinaus weitere besondere Schutzausstattung beschafft werden kann.

Schülerinnen und Schülern dieser Förderschulen soll so ein Zugang zum Präsenzunterricht ermöglicht werden, der sich aber aus Gründen des Infektionsschutzes – wie an allen anderen Schulen derzeit auch – noch abseits des üblichen Umfangs bewegen muss.

  • Die Wiederaufnahme des Unterrichts an den Förderschulen GE und KME erfolgt am 25. Mai 2020.
  • Parallel zur Wiederaufnahme des eingeschränkten Unterrichtsbetriebes wird die Notbetreuung fortgeführt.
  • In einem Verantwortungsdreieck aus Schulleitungen der Förderschulen GE und KME, der Schulaufsicht und dem Schulträger werden schulspezifische Konzepte abgestimmt.
  • Schulkonzepte sollen sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler, bei denen keine gesundheitlichen Hinderungsgründe vorliegen, bis zu den Sommerferien wieder die Schule besuchen können.
  • Dabei soll ein Einvernehmen mit den Eltern erzielt werden.
  • Die Entscheidung darüber, ob der Schulbesuch einer Schülerin oder eines Schülers vor dem Hintergrund ihres bzw. seines Gesundheitszustands möglich ist, soll grundsätzlich auf Basis des Vertrauensverhältnisses zwischen den Eltern und der Schulleitung vorgenommen werden
  • Im Interesse der Eltern soll ein transparenter und verbindlicher Plan erarbeitet werden, aus dem ersichtlich wird, an welchen Tagen die einzelnen Schülerinnen und Schüler bzw. die verschiedenen Lerngruppen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht haben.
  • Diese Tage sollen in der Regel in dem für diese Schulen typischen Ganztagsbetrieb erfolgen.
  • Die festgelegten beweglichen Ferientage haben weiterhin Bestand.
  • Bei schrittweiser Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts können auch die Schulbegleitungen ihrer bisherigen Tätigkeit wieder nachgehen; dies gilt auch für die Notbetreuung.
  • In den Klassen bzw. Räumen der Schule muss zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und Schulbegleitungen ein Mindestabstand gemäß den jeweils aktuell geltenden Empfehlungen und Richtlinien des Robert-Koch-Instituts eingehalten werden.
  • Ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern aufgrund individueller Dispositionen nicht möglich, sind entsprechende Masken zu tragen.
  • Die an den Schulen einzuhaltenden Abstandsgebote, Hygienevorschriften und Infektionsschutzmaßnahmen werden in der Regel zur Bildung von kleineren Lerngruppen führen.
  • Die Beschulungsmöglichkeiten werden zudem durch die Anzahl der für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehenden Lehrkräfte sowie von der konkreten Raumsituation der jeweiligen Schule abhängen.

Bei der Bildung von möglichst konstanten Lerngruppen an den Schulen sollen folgende Schülerinnen und Schüler besonders berücksichtigt werden:

  • Schülerinnen und Schüler, die zum Ende des Schuljahres 2019/20 ihre Schulbesuchszeit beenden. Auf diese Weise können die Anschlüsse in der weiteren Bildungslaufbahn gesichert werden.
  • Schülerinnen und Schüler, die durch Lernen auf Distanz wenig erreichbar sind.
  • Schülerinnen und Schüler, die auf therapeutische Angebote angewiesen sind, die derzeit im häuslichen Umfeld nicht realisiert werden, welche sie aber in ihrer Schule erhalten können.
  • Schülerinnen und Schüler, bei denen eine Entlastung der Familien aufgrund der häuslichen Situation dringend erforderlich ist.

PRÄSENZUNTERRICHT AN WEITERFÜHRENDEN ALLGEMEINBILDENDEN SCHULEN AB DEM 11.05.2020:

  • Ab dem 11. Mai 2020 kommen an den Schulformen der Sekundarstufe I (Hauptschule, Realschule, Sekundarschule) neben der Jahrgangsstufe 10 ein bis zwei weitere Jahrgänge rollierend in die Schule. Entsprechendes gilt für die Studierenden an Abendrealschulen
  • Ab dem 11. Mai 2020 kommen an den Schulformen mit gymnasialer Oberstufe (Gymnasium und Gesamtschule) die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase 1 in die Schule. Sollten zu diesem Zeitpunkt darüber hinaus räumliche und personelle Kapazitäten zur Verfügung stehen, ist die Beschulung weiterer Lerngruppen bzw. Jahrgangsstufen möglich. In den Weiterbildungskollegs kommen die Studierenden des fünften Semesters hinzu, die im Herbst ihre Abiturprüfungen ablegen, ggfs. auch die des vierten Semesters
  • Ab dem 26. Mai 2020, dem Tag nach dem Haupttermin der Abiturprüfungen, kommen an den Schulformen mit gymnasialer Oberstufe Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangstufen im Rahmen der vorhandenen personellen und räumlichen Kapazitäten im annähernd gleichen Umfang bis zum Ende des Schuljahres dazu
  • Die an den Schulen einzuhaltenden Abstandsgebote und Hygienevorschriften werden in der Regel zur Teilung von Klassen, Kursen und Lerngruppen führen. Dass dafür an den Schulen unterschiedlich viele Lehrkräfte für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, ist uns allen bewusst. Ähnliches gilt für die Raumsituation

Für eine Ausweitung des Unterrichts an den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen bis zu den Sommerferien gelten folgende Vorgaben:

  • Vorrang hat die Durchführung von Abiturprüfungen sowie der schriftlichen Prüfungsarbeiten, die anstelle der landeseinheitlich gestellten Aufgaben in Deutsch, Englisch und Mathematik im Abschlussverfahren zum Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und zum mittleren Schulabschluss geschrieben werden.
  • Für Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Qualifikationsphase, die im kommenden Schuljahr das Abitur anstreben, soll sichergestellt werden, dass – soweit erforderlich – eine Klausur in diesem Schulhalbjahr geschrieben wird, um so zu einer angemessenen Leistungsbeurteilung kommen zu können.
  • Darüber hinaus sollen alle Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und aller Schulformen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht erhalten, auch wenn dies nur an einzelnen Tagen möglich sein sollte.
  • Alle Jahrgangsstufen sind dabei schulintern in vergleichbarem Umfang mit einer Mischung aus Präsenz- und Distanzlernen zu unterrichten, beispielsweise durch ein tageweises Rollieren.
  • Alle Schulen sollen, auch im Interesse der Eltern, einen transparenten und verbindlichen Plan erarbeiten, aus dem ersichtlich wird, an welchen Tagen die verschiedenen Lerngruppen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht haben. Hierbei ist zu beachten, dass die festgelegten beweglichen Ferientage weiterhin Bestand haben. Gleichwohl finden am Freitag, 22. Mai 2020 die Abiturprüfungen im Fach Mathematik statt.
  • Auf eine Vorgabe, welche Fächer vorrangig in Präsenzform zu unterrichtet sind, wird angesichts der unterschiedlichen Situation in den Schulen und mit Blick auf die Gesamtheit der für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehenden Lehrkräfte verzichtet. Dies gilt nicht für die Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsarbeiten in Deutsch, Mathematik und Englisch für Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder den mittleren Schulabschluss erwerben wollen.
  • Die Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 ist aufrechtzuerhalten.
  • Aus Gründen des Infektionsschutzes sollen in der Sekundarstufe I feste und permanente Lerngruppen gebildet werden (z.B. unter derzeitigem Verzicht auf äußere Fachleistungsdifferenzierung und Wahlpflichtkurse mit Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassen).
  • Der Präsenzunterricht wird auch an Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I auf den Vormittag beschränkt. Ein Ganztag findet bis zu den Sommerferien aus Gründen des Infektionsschutzes (u.a. Mensa-Betrieb, Durchmischung von Schülergruppen) in der Sekundarstufe I nicht statt.
  • Zur Einhaltung der Hygienevorschriften können nicht mehrere Lerngruppen nacheinander in dem selben Raum unterrichtet werden. Daher findet kein Schichtbetrieb statt.
    Eine Ausdehnung der Unterrichtszeit auf den unterrichtsfreien Samstag erfolgt nicht. 
  • Angesichts der für dieses Schuljahr geänderten schulrechtlichen Grundlagen soll auf Klassenarbeiten weitgehend verzichtet und stattdessen anderen Wegen der Leistungsbeurteilung der Vorrang gegeben werden. Einzige Ausnahme bilden hier die schriftlichen Prüfungsarbeiten, die an die Stelle der landeseinheitlich gestellten Aufgaben im Abschlussverfahren zum Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und zum mittleren Schulabschluss geschrieben werden.
  • Der Präsenzunterricht soll in den kommenden Wochen auch dazu dienen, den wichtigen Beziehungskontakt zwischen Schülerinnen und Schüler und Lehrkräften zu sichern und damit auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schülergruppen in den Zeiten von Corona einzugehen. Zudem soll er dazu beizutragen, die Möglichkeiten eines Lernens auf Distanz zu verbessern und entsprechende Grundlagen dafür zu optimieren

EINGESCHRÄNKTE WIEDERAUFNAHME DES PRÄSENZUNTERRICHTS AN GRUND- UND FÖRDERSCHULEN AB DEM 07.05.2020:

  • Kombination von eingeschränktem Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz bis zu den Sommerferien
  • Wiederaufnahme des Unterrichts für die Abschlussklassen an Grundschulen und Primarstufen der Förderschulen am 07.05.2020
  • Ausgenommen sind derzeit noch die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung 
  • Ab Montag, 11. Mai 2020, werden tageweise rollierend alle Jahrgänge der Grundschule wieder unterrichtet. Um allen Schülerinnen und Schülern auch in dieser außergewöhnlichen Zeit einen gleichen Zugang zur Schule zu ermöglichen, bedeutet dies: Pro Wochentag wird ein Jahrgang in der Schule unterrichtet; am Folgetag der nächste Jahrgang
  • Unter Berücksichtigung der Feiertage werden die Schulleitungen sicherstellen, dass alle Jahrgänge bis zum Ende des Schuljahres in möglichst gleichem Umfang unterrichtet werden. 

In diesem Schuljahr wird es aller Voraussicht nach keine Rückkehr zum „normalen“ Unterricht an den Schulen geben. Allerdings sollen alle Schülerinnen und Schüler mindestens an einem Tag in der Woche Präsenz-Unterricht und somit wichtige Unterstützung beim Lernen auf Distanz erhalten. In NRW gibt es das bereits für die Abschlussklassen weiterführender Schulen. Die Grundschul- und Förderschul-Abschlussklassen (ausgenommen Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung) erhalten ab dem 7. Mai 2020 Unterricht, weitere Grundschul- und Förderschuljahrgänge voraussichtlich und vorerst noch unter Vorbehalt ab dem 11. Mai 2020 – allerdings verbunden mit Einschränkungen und Regelungen, die von Schule zu Schule variieren können. 

Soweit die bisherigen Beschlüsse der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit der Bundeskanzlerin sowie der entsprechende Beschluss der Kultusministerkonferenz über den 6. Mai 2020 hinaus Bestand haben, bedeutet das für die Grund- und Förderschulen in NRW: 

  • Beginn der Schulöffnungen am 7. Mai 2020 zunächst mit den Viertklässlern,
  • ab dem 11. Mai ein Jahrgang pro Werktag in der Schule,
  • an einem Tag so viel Unterricht und Betreuung wie möglich,
  • nach einem festen Plan bis zu den Sommerferien
  • bei Fortsetzung der Notbetreuung. 

>>> Ausführliche Informationen dazu


UNTERRICHT AN FÖRDERSCHULEN AB DEM 11.05.2020

An den Primarstufen der Förderschulen gilt grundsätzlich dasselbe Prinzip wie an den Grundschulen (Schulstart mit dem 4. Jahrgang am 7. Mai 2020, s. Punkt I.). Eine Ausnahme bilden die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung (GE) sowie Körperliche und motorische Entwicklung (KME). Über die Rahmenbedingungen und möglicherweise besonderen Auflagen für eine Wiederaufnahme des Unterrichts an diesen Förderschulen sind inzwischen Gespräche mit Interessenvertretungen von Eltern, Lehrkräften sowie Schulträgern geführt worden. Hier stehen kurzfristig noch Klärungen an, so dass der Präsenz-Unterrichtsbetrieb an diese Schulen in der kommenden Woche (11. – 15 Mai. 2020) noch ruht.

Ab Montag, 11. Mai 2020, gilt für die übrigen Jahrgänge an Förderschulen mit anderen Förderschwerpunkten als KME und GE grundsätzlich dasselbe Vorgehen wie an den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen. Das bedeutet: Bildung konstanter Lerngruppen in allen Jahrgangsstufen mit dem Ziel, diese bis zum Ende des Schuljahres in möglichst gleichem Umfang in Präsenzform in einem rollierenden System zu unterrichten. Der Unterricht für zielgleich lernende Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, die jetzt vor Prüfungen stehen, findet weiterhin statt.


PRÄSENZ-UNTERRICHT FÜR ABSCHLUSSKLASSEN AN WEITERFÜHRENDEN SCHULEN AB DEM 23.04.2020

Auf der Grundlage des am 16. April 2020 gefassten Beschlusses der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder plant das Ministerium für Schule und Bildung eine vorsichtige und gestufte Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Nordrhein-Westfalen. Der Unterricht wird schrittweise wieder aufgenommen, in NRW bereits ab dem 23. April.

Für einen Großteil der Schülerinnen und Schüler wird nach den Osterferien das Lernen auf Distanz fortgeführt. Für Schülerinnen und Schüler in Abschlussjahrgängen besteht aber die Möglichkeit, in Prüfungsfächern noch einmal gezielte Lernangebote bekommen. 

Die Teilnahme am Unterricht ab dem 23.04.2020 und den anderen damit im Zusammenhang stehenden schulischen Veranstaltungen ist verpflichtend

  • für Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs mit bevorstehenden Terminen für dezentrale Abschlussprüfungen, für den schriftlichen Teil von Berufsabschlussprüfungen der Kammern und zuständigen Stellen (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 1) sowie für Schülerinnen und Schüler in Bildungsgängen der Ausbildungsvorbereitung und der einjährigen Bildungsgänge der Berufsfachschule Anlage B,
  • für die Schülerinnen und Schüler weiterführender allgemeinbildender Schulen mit bevorstehenden Terminen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 oder des Mittleren Schulabschlusses (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 3),
  • für Schülerinnen und Schüler an allen Förderschulen mit Abschlussklassen (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 4).

Lediglich die Teilnahme an Lernangeboten in den jeweiligen Prüfungsfächern zur Vorbereitung auf die Abiturprüfungen ist freiwillig, weil die Schülerinnen und Schüler den curricularen Unterricht in der Q2 nahezu vollständig erhalten haben. Das Angebot einer freiwilligen schulischen Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung soll den aktuellen Umständen Rechnung tragen und ist daher eine Option, keine Pflicht. 

>>> Ausführliche Informationen dazu


WICHTIGE LINKS ZU WEITEREN INFOS

>>> Hinweise und Verhaltensregeln für die Schülerbeförderung im ÖPNV und Schülerspezialverkehr

>>> Hier geht’s zu den laufend aktualisierten Informationen direkt vom Schulministerium  

>>> Hier geht's zu den aktuellen Verordnungen des Landes NRW


CORONA-BETREUUNGSVERORDNUNG

Eine Grundlage der Wiederaufnahme des Schulbetriebs für weitere Schülergruppen ist die Corona-Betreuungsverordnung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Die Neufassung tritt mit Wirkung vom 7. Mai 2020 in Kraft. Sie bestimmt unter anderem, dass in allen Schulen beim Unterricht ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Schülerinnen und Schülern und auch zu den Lehrkräften zu wahren ist. Die neue Betreuungsverordnung finden Sie unter:

>>> https://www.mags.nrw/erlasse-des-nrw-gesundheitsministeriums-zur-bekaempfung-der-corona-pandemie

>>> https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/200505_coronabetrvo_ab_07.05.2020.pdf


BERUFSSCHULE - NEUE VERORDNUNG AB 29.04.2020 GÜLTIG:

Es gibt eine neue Allgemeinverfügung für den Betrieb von Überbetrieblichen Bildungsstätten und für die Durchführung von Abschlussprüfungen der beruflichen Aus- und Fortbildung.

>>> Zur neuen Allgemeinverodrnung


INFORMATIONEN ZU DEN SCHULRECHTLICHEN ÄNDERUNGEN (Stand: 07.05.2020)

Der Landtag hat am 30. April das Gesetz zur Sicherung von Schul- und Bildungslaufbahnen im Jahr 2020 (Bildungssicherungsgesetz) verabschiedet. Es wurde am gleichen Tag im Gesetz- und Verordnungsblatt (Nummer 16a) verkündet und ist am Tag darauf in Kraft getreten.

Das Gesetz gilt nur für das Schuljahr 2019/2020 und soll einen ordnungsmäßen Abschluss dieses Schuljahres unter den aktuellen Bedingungen der Corona-Pandemie ermöglichen. Es bestimmt daher:

 

An die Stelle des Abschlussverfahrens am Ende der Sekundarstufe I tritt ein vereinfachtes Prüfungsverfahren (§ 12 Absatz 5 SchulG). Das gilt auch für den Bildungsgang der Abendrealschule im Weiterbildungskolleg.

Am Ende der Erprobungsstufe der Sekundarstufe I können alle Schülerinnen und Schüler in die Klasse 7 der bisher besuchten Schulform übergehen (§ 13 Absatz 4 SchulG).

Die zentrale schriftliche Leistungsüberprüfung am Ende der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe entfällt (§ 18 Absatz 6 SchulG).

Das Verfahren zur Feststellung des Sprachstands der Kinder im Vorschulalter wird verschoben (§ 36 Absatz 4 SchulG).

Die Schülerinnen und Schüler gehen ohne Versetzung in die nächsthöhere Klasse über, es sei denn, die Versetzung ist mit einem Abschluss oder einer Berechtigung verbunden (§ 50 Absatz 6 SchulG).

 

Nicht geändert hat der Landtag den § 18 Absatz 5 SchulG. Damit schließt die gymnasiale Oberstufe auch in diesem Schuljahr mit der Abiturprüfung ab. Nordrhein-Westfalen verhält sich damit wie alle anderen Länder.

Die Änderungen des Schulgesetzes haben den Weg dafür freigemacht, die Einzelheiten nunmehr in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen zu regeln. Dazu hat Schulministerin Yvonne Gebauer am 1. Mai 2020 mit Zustimmung des Ausschusses für Schule und Bildung die Verordnung zur befristeten Änderung von Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 Schulgesetz NRW erlassen (Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 16b). Sie ist ebenso wie das Bildungssicherungsgesetz im Internet allgemein zugänglich:

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_liste?anw_nr=6&jahr=2020&sg=0&val=&ver=0&menu=1

Das Ministerium hat sich dabei von folgenden Überlegungen leiten lassen:

  • Das im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 verkürzte Unterrichtsangebot und die womöglich geringere Zahl der tatsächlich geschriebenen Klassenarbeiten erlauben keine förmlichen Versetzungsentscheidungen, wie sie sonst in den meisten Schulformen und Jahrgangsstufen üblich sind. Die Klassenkonferenz soll aber den Verbleib in der bisherigen Klasse empfehlen, wenn eine Schülerin oder ein Schüler dadurch besser gefördert werden kann. Die letzte Entscheidung ist Sache der Eltern oder der volljährigen Schülerinnen und Schüler.
  • Abweichend davon kann eine Schülerin oder ein Schüler einen Abschluss oder eine Berechtigung allein dann erwerben, wenn die Leistungsanforderungen auch erfüllt sind. Verbesserungsprüfungen und Nachprüfungen über das gewohnte Maß hinaus sollen es aber erlauben, den Abschluss oder die Berechtigung dennoch nachträglich zu erwerben.
  • Wiederholt eine Schülerin oder ein Schüler freiwillig das Schuljahr 2019/2020 oder tritt spätestens am Ende des ersten Schulhalbjahres 2020/2021 in die vorherige Klasse zurück, soll dies nicht auf die Höchstverweildauer angerechnet werden.
  • Nicht alle Prüfungen können in dem vorgesehenen Format organisiert werden.
  • Schließlich kann es erforderlich sein, aus Gründen des Infektionsschutzes von Verfahrensvorschriften wie der Zusammensetzung von Konferenzen abzuweichen. Die Teilnahme von Gästen an Prüfungen ist daher nicht zugelassen.

Nach Umfang und Sprache wird Ihnen die Verordnung möglicherweise sehr technisch vorkommen. Es liegt daran, dass sie sich auf nicht weniger als zehn Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erstreckt. Für Sie als Schulleiterinnen und Schulleiter sind aber nur die jeweiligen Artikel der Verordnung für „Ihre“ Schulformen zu beachten.

Hinweise für einzelne Schulformen oder Schulstufen

Grundschule

In der Grundschule (Artikel 1 der Verordnung) geht es allein um befristete Sonderregelungen zu Versetzungen, Zeugnissen und Wiederholungen in § 8a AO-GS.

Sekundarstufe I

Umfangreicher sind die Sonderregelungen für die Sekundarstufe I (Artikel 2). Sie erstrecken sich über die für die Grundschule genannten Themen hinaus auf das Verfahren am Ende der Erprobungsstufe (§ 44 b), das Prüfungsverfahren in der Klasse 10 (§ 44d), auf Fragen der Leistungsbewertung (§ 44e), auf Nachprüfungen und Verbesserungsprüfungen (§ 44f).

Zwar können alle Schülerinnen am Ende der Erprobungsstufe in die Klasse 7 übergehen. Die Erprobungsstufenkonferenz berät aber über den Leistungsstand jeder Schülerin und jedes Schülers. Sie kann den Eltern einen Schulwechsel empfehlen. Diese entscheiden, ob sie dem Rat der Schule folgen.

Auch die Vorschriften der APO-S I für das Abschlussverfahren in der Klasse 10 (ZP 10) und im Bildungsgang der Realschule an Weiterbildungskollegs gelten in diesem Schuljahr nicht. Es gibt keine landeseinheitlich gestellten Prüfungsaufgaben und keine mündlichen Prüfungen. Stattdessen werden schriftliche Prüfungsarbeiten geschrieben, die von den Lehrerinnen und Lehrern in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gestellt werden. Sie können den tatsächlich erteilten Unterricht besser berücksichtigen, als es bei landesweit gestellten Aufgaben der Fall wäre. Die Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch beruhen wie die Noten in allen anderen Fächern auf den Leistungen im gesamten Schuljahr; sie werden nicht so gewichtet, wie es sonst in § 32 Absatz 3 APO- S I bestimmt ist. Für die Termine der schriftlichen Prüfungsarbeiten wird es keine vom Ministerium bestimmten Termine geben.

Zu den Abschlussverfahren bereitet das Ministerium derzeit weitere Informationen für die Schulen vor.

Bei den Leistungsbewertungen (§ 44e APO- S I) beachten Sie vor allem Absatz 1. Der Absatz 2 erstreckt sich auf Leistungsbewertungen im laufenden Schuljahr.

Durch eine Nachprüfung und eine Verbesserungsprüfung (§ 44f APO- S I) kann eine Zeugnisnote um nicht mehr als eine Notenstufe verbessert werden. Es gibt aber zwei Unterschiede zu den sonst geltenden Regelungen: Eine Nachprüfung am Ende der Klasse 10 kann sich ausnahmsweise auch auf Deutsch, Mathematik und Englisch erstrecken. Auch ist anders als sonst die Teilnahme an Nachprüfungen in mehr als einem Fach möglich.

In den Gesamtschulen und den Sekundarschulen können Schülerinnen und Schüler beim Übergang ab Klasse 7 eine Verbesserungsprüfung ablegen, damit sie am Unterricht auf der Erweiterungsebene teilnehmen können (§ 44f Absatz 2 APO-S I).

Gymnasiale Oberstufe, Berufliches Gymnasium, Bildungsgänge Abendgymnasium und Kolleg

In der gymnasialen Oberstufe entfällt in diesem Schuljahr die landeseinheitlich gestellte Klausur am Ende der Einführungsphase. Zur größeren Flexibilität bei der Leistungsermittlung kann in der gymnasialen Oberstufe, im Weiterbildungskolleg in der Einführungsphase und dem ersten Jahr der Qualifikationsphase, im Beruflichen Gymnasium in den Klassen 11 und 12 die in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen bestimmte Zahl der Klausuren auf jeweils eine (pro Fach) verringert werden. Die Schule entscheidet anhand der organisatorischen Möglichkeiten und Umstände im Einzelfall, ob Leistungsnachweise nachzuholen sind, die Schülerinnen und Schüler aus von ihnen nicht zu vertretenden Gründen nicht erbracht haben.

Eine verpflichtende Abweichungsprüfung findet bei der Abiturprüfung nicht statt. Von dem Grundsatz zur gleichwertigen Bildung der Kursabschlussnote aus den Endnoten beider Beurteilungsbereiche kann in diesem Jahr zugunsten der Schülerin oder des Schülers abgewichen werden.

Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase und der Klasse 11 des Beruflichen Gymnasiums gehen in diesem Schuljahr ohne Versetzung in die Qualifikationsphase über oder werden unabhängig von der Erfüllung der Leistungsanforderungen am Weiterbildungskolleg zum nächsthöheren Semester zugelassen.

In der gymnasialen Oberstufe werden die Möglichkeiten einer Nachprüfung zum Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I erweitert. Schließlich wird auch Vorsorge für Fälle getroffen, in denen Leistungen nicht bewertet werden können.

Berufskolleg

Auch für die weiteren Bildungsgänge des Berufskollegs gilt, dass Schülerinnen und Schüler selbst dann in die nächsthöhere Klasse oder Jahrgangsstufe versetzt werden, wenn die Leistungsanforderungen einer Klasse oder Jahrgangsstufe nicht erfüllt sind. Der Erwerb eines Abschlusses oder einer Berechtigung setzt aber in allen Fällen die Erfüllung der jeweiligen Leistungsanforderungen voraus. Im Interesse der Schülerinnen und Schüler sind allerdings auch hier Nachprüfungen unter erleichterten Voraussetzungen möglich.

Zusätzlich zu den allgemeinen Regelungen zur Leistungsbewertung gelten in einigen Fällen bildungsgangspezifische Regelungen, zum Beispiel bei Berufsabschlussprüfungen und bei Fachhochschulreifeprüfungen. Diese treffen auch Vorsorge für den Fall, dass Prüfungsverfahren nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden können.


RUHEN DES UNTERRICHTS IN DER CORONA-KRISE

Alle Schulen im Land Nordrhein-Westfalen wurden zum 16.03.2020 bis zum Beginn der Osterferien durch die Landesregierung geschlossen. Ab dem 23.04.2020 wird der Unterricht schrittweise wieder aufgenommen (s.o.).

Lernen findet voraussichtlich bis zum Ende des Schuljahres für die Schülerinnen und Schüler weiterhin auch zu Hause statt, sofern ihre Eltern keinen Anspruch auf Notbetreuung haben.

Für Schülerinnen und Schüler in der dualen Ausbildung sowie in Praktika beschränken sich die Maßnahme auf den Ausfall des Unterrichts.


NOT-BETREUUNGSANGEBOT

Die Einstellung des Schulbetriebes darf nicht dazu führen, dass Eltern, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen - im Gesundheitswesen, in Bereichen der öffentlichen Ordnung, der Ver- und Entsorgung oder anderer wichtiger Infrastruktur – arbeiten, wegen der Betreuung ihrer Kinder im Dienst ausfallen. Deshalb muss in den Schulen während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein entsprechendes Betreuungsangebot vorbereitet werden. Hiervon werden insbesondere die Kinder in den Klassen 1 bis 6 erfasst.

UPDATE (17.04.): Die Kriterien für den Anspruch auf Notbetreuung werden neu bewertet und ausgeweitet (ab dem 23.04.) 


DIENSTPFLICHTEN UND ERREICHBARKEIT VON SCHULLEITUNGEN, LEHRERINNEN UND LEHRERN

Das Ruhen des Unterrichtsbetriebes für alle oder einen Teil der Schülerinnen und Schüler entbindet die Schulleitungen und die Lehrkräfte nicht von den bestehenden Dienstpflichten. Lehrkräfte erfüllen ihre Dienstaufgaben, soweit möglich, am heimischen Arbeitsplatz. Es muss in jedem Fall eine Erreichbarkeit der Schulleitungen und der Lehrkräfte sichergestellt werden.


DURCHFÜHRUNG VON PRÜFUNGEN UND ERBRINGUNG VON LEISTUNGSNACHWEISEN 

ABSCHLUSSPRÜFUNGEN IN NRW VERSCHOBEN

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Es gibt einen neuen Zeitplan für die schulischen Abschlussprüfungen in NRW.

>>> Zur Pressemitteilung des Landes vom 27.03.2020

Zentralabitur in der gymnasialen Oberstufe und an Beruflichen Gymnasien:

Die vorzeitige Einstellung des Unterrichts ab dem 16. März bis zum Ende der Osterferien hat grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Terminsetzungen bei den bevorstehenden Abiturprüfungen. Die Termine sind insbesondere mit Blick auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch aufgrund des durch die Kultusministerkonferenz veranlassten länderübergreifenden Aufgabenpools zwischen den Ländern abgestimmt und bleiben in diesen und allen anderen Fächern grundsätzlich bestehen. Auch die Konferenz des Zentralen Abiturausschusses (ZAA) am 2. April kann wie vorgesehen stattfinden, da die Schulen als Gebäude nicht geschlossen sind. Selbst für den Fall, dass der Unterricht nicht unmittelbar nach den Osterferien wieder aufgenommen werden sollte, ist vorgesehen, dass die Schulgebäude in Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden von Abiturientinnen und Abiturienten sowie Lehrkräften genutzt werden können, um an den vorgesehenen Terminen ordnungsgemäße Prüfungen durchzuführen, da die Einstellung des Unterrichts einen generellen prophylaktischen Charakter hat und die Räumlichkeiten selbst nicht betroffen sind. Sollte es in Einzelfällen an Schulen durch Schulschließungen in den vergangenen Wochen bzw. durch die vorzeitige Einstellung des Unterrichts ab dem 16. März nicht möglich sein, dass alle angehenden Abiturientinnen und Abiturienten die notwendigen Leistungsnachweise („Vorabiturklausuren“) erbringen konnten, so sollen die Schulen das unmittelbar nach den Osterferien nachholen. Für diesen Fall erfolgt die Zulassung der betroffenen Schülerinnen und Schüler durch die ZAA-Konferenz bis zum 5. Mai und die Schülerinnen und Schüler legen ihre Abiturprüfungen ab dem 7. Mai an den zentralen Nachschreibeterminen ab.

Regelungen für die schriftlichen Prüfungsarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik am Ende der Klasse 10 im Schuljahr 2019/2020 für alle Schulformen und Bildungsgänge, die im Regelfall an den Zentralen Prüfungen 10 teilnehmen:

Aufgrund der besonderen Situation wird in diesem Jahr auf das in §12 Absatz 3 SchG gesetzlich verankerte Abschlussverfahren (ZP 10) in der üblichen Form verzichtet. An die Stelle der schriftlichen Prüfung mit landeseinheitlichen Aufgaben tritt eine von den Lehrkräften in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erstellte schriftliche Prüfungsarbeit. Diese soll sich einerseits an den Vorgaben für die ZP 10 orientieren, sich andererseits aber auch stärker auf den tatsächlich erteilten Unterricht beziehen.

Diese Prüfungsarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sollen sich an folgenden Rahmenbedingungen orientieren:

  • Die Prüfungsarbeiten prüfen nicht nur Inhalte und Kompetenzen aus der vorausgegangenen Unterrichtssequenz, sondern berücksichtigen - so wie es bei der ZP10 üblich ist - unterschiedliche Inhalte und Kompetenzen, die im Verlauf der SI (schwerpunktmäßig in den Jahrgangsstufen 9 und 10) erworben wurden.
  • Die Aufgaben orientieren sich an den ZP10-Vorgaben der Fächer und an den Formaten der schriftlichen ZP10-Prüfungen für den zweiten Prüfungsteil, d. h. insbesondere
    Deutsch: Die erste Wahlaufgabe orientiert sich am Aufgabentyp 4a, die zweite an einem der beiden Aufgabentypen 2 oder 4b der Kernlehrpläne.
    Englisch: Die Prüfungsarbeit umfasst rezeptive kommunikative Kompetenzen im Bereich des Leseverstehens, die produktive kommunikative Kompetenz Schreiben sowie die Kompetenz Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit innerhalb eines Kontextes. Die Überprüfung des Hörverstehens ist nicht vorgesehen. Großbritannien und/oder Irland bilden den interkulturellen Rahmen.
    Mathematik: Es werden komplexere Aufgaben mit jeweils mehreren Teilaufgaben innerhalb eines Kontextes gestellt, die insgesamt Kompetenzen aus mehreren Inhaltsbereichen sowie Prozessbereichen gemäß Kernlehrplan überprüfen.
    Zudem wird der in den drei Fächern in der Klasse tatsächlich erteilte Präsenzunterricht berücksichtigt.
  • Weiterhin gelten die Regelungen der ZP10-Vorgaben zum Einsatz von Hilfsmitteln in allen drei Prüfungsfächern.
  • Schulinterne Parallelarbeiten in einer Klassenstufe sind möglich.
  • Der zeitliche Umfang der Prüfungsarbeiten entspricht der in der Schule vereinbarten Dauer von Klassenarbeiten in Klasse 10 gemäß § 6 VVzAPO-S I.

Die Durchführung und Umsetzung soll sich an folgenden Rahmenbedingungen orientieren:

  • Die Termine werden von den Schulen eigenständig festgelegt. Die Prüfungsarbeiten finden frühestens am 12.05.2020 statt.
  • Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer beurteilt und bewertet die Prüfungsarbeit im Rahmen der von der Fachkonferenz an der Schule beschlossenen Grundsätze zur Leistungsbewertung schriftlicher Arbeiten.
  • Eine Zweitkorrektur ist nicht vorgesehen (abweichend von APO-SI § 33 Absatz 3).
  • Mündliche Abweichungsprüfungen sind nicht vorgesehen (abweichend von APO-SI § 34).
  • Die Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch im Zeugnis am Ende der Klasse 10 beruhen auf den schulischen Leistungen in diesen Fächern im gesamten Schuljahr einschließlich der Leistung in der schriftlichen Prüfungsarbeit.
  • Nachprüfungen sind auch in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch möglich (abweichend von APO-SI § 44 Absatz 3).

Unabhängig von diesen Vorgaben hinsichtlich der schriftlichen Prüfungsarbeit weise ich auf § 44e Absatz 2 der Verordnung zur Änderung der APO-SI für das Schuljahr 2019/2020 hin. Danach gilt, dass im Rahmen der für die Klasse 10 (aber auch der Klasse 9) vorzunehmenden Leistungsbewertungen den Schülerinnen und Schülern auf Wunsch und im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten Gelegenheit zu zusätzlichen schriftlichen, mündlichen oder praktischen Leistungen mit dem Ziel der Notenverbesserung zu geben ist und die Schülerinnen und Schüler entsprechend zu beraten sind.


Auf dem Bild: Frau macht Notiz. Text im Bild: Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, Schulen. Foto: bonnontawat, freepik.com