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Auf dem Bild: Bundespräsident a. D. Christian Wulff. Foto von Laurence Chaperon (Creative Commons Lizenz CC BY 2.0)
Überschrift
Ausstellungseröffnung mit Bundespräsident a. D. Christian Wulff und Bürgermeisterin Nicole Moenikes am 28.02.2020: Die Macht der Gefühle - Deutschland 19/19 (1919 - 2019)
Datum
17.02.2020
Meldung

Am Freitag, den 28. Februar 2020, eröffnet Bundespräsident a. D. Christian Wulff gemeinsam mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes um 17.00 Uhr im Waltroper Rathaus die Ausstellung „Die Macht der Gefühle - Deutschland 19/19 (1919 - 2019)“. Die Medien-Sammlung von Ute und Bettina Frevert nimmt eine emotionsgeschichtliche Perspektive auf die vergangenen 100 Jahre ein und ist bis zum 5. April 2020 kostenfrei im Rathaus Altbau zu besichtigen. Christian Wulff ist am selben Abend im Christlichen Freitagsforum zu Gast und beschäftigt sich aus heutiger Sicht mit der berühmten Frage, die er bereits im Jahr 2010 beantwortet hat: „Gehört der Islam zu Deutschland?“ (19.30 Uhr, Haus der Begegnung, VVK und Voranmeldung für 6,- Euro bei der VHS unter Tel. 02309 96260).

Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Die politische Mitte weiß mit den aufgeheizten Emotionen oft nichts anzufangen. Sie ist von der politischen Kultur der alten Bundesrepublik geprägt, in der das Gebot der Nüchternheit galt.

Hier setzt die Ausstellung an, die Ute und Bettina Frevert unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Heiko Maas für die Stiftung 'Erinnerung, Verantwortung und Zukunft' sowie die Bundesstiftung Aufarbeitung erarbeitet haben. „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19/19“ wählt eine emotionsgeschichtliche Perspektive auf die vergangenen 100 Jahre und verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Emotionen wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut.

Die von Bundpräsident a. D. Christian Wulff und Bürgermeisterin Nicole Moenikes eröffnete Ausstellung nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 Emotionen zum Ausgangspunkt und zeigt deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf: Konjunkturen, Wandel und Kontinuitäten. Im Erinnerungsjahr 2019 wird die Ausstellung Bleibendes und Brüche in den Gefühlswelten veranschaulichen, die die letzten 100 Jahre prägten und deren Intensität heute Politik und Gesellschaft herausfordert.

Die Eröffnung findet am 28. Februar 2020 um 17.00 Uhr im Rathaus Stadt, wo die Ausstellung bis zum 5. April 2020 zu den gewohnten Öffnungszeiten bei freiem Eintritt besucht werden kann.

Gehört der Islam zu Deutschland? Standpunkte des früheren Staatsoberhaupts im Christlichen Freitagsforum

Christian Wulff hat noch einen weiteren Termin in Waltrop. Er ist am selben Abend auf Einladung der Volkshochschule im Christlichen Freitagsforum zu Gast und hält dort einen Vortrag, in dem er sich aus heutiger Sicht mit der berühmten Frage beschäftigt, die er bereits im Jahr 2010 beantwortet hat: „Gehört der Islam zu Deutschland?“ (19.30 Uhr, Haus der Begegnung, Bissenkamp 20, VVK und Voranmeldung für 6,- Euro bei der VHS unter Tel. 02309 96260).

Das Thema bleibt – gerade auch im Kontext der Ausstellung – aktueller denn je. Laut den Daten der Deutschen Islam- Konferenz sind Muslime nicht viel religiöser als die Mehrheitsgesellschaft. Da stellt sich die Frage, warum diese Debatte alle vier Jahre (neu) geführt wird. Denn wir waren in der Debatte schon weiter: Christian Wulff hat als Bundespräsident am 3. Oktober 2010 in seiner Rede betont, dass der Islam zu Deutschland gehört. Er wird seine These im Rahmen des Vortrags erweitern und darüber referieren, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt in Vielfalt und Respekt funktionieren kann.


ZUR PERSON: CHRISTIAN WULFF
Als 10. Präsident der Bundesrepublik Deutschland (2010 - 2012) engagiert sich Christian Wulff heute u.a. für die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und im Dialog von Gläubigen verschiedener Religionen. Er ist Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschlandstiftung Integration. 2011 zeichnete ihn der Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis aus. 2014 wurde er durch die Türkische Gemeinde in Deutschland geehrt. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet. 2017 erhielt er den Preis der katholischen Pax-Bank für sein Wirken. Er ist Präsident des Deutschen Chorverbandes, zudem Gastprofessor für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance und Mitglied im Kuratorium der DFL-Stiftung. Als Ehrenprofessor der Universität Hefei/Anhui (2017) und Ehrendoktor der Universität Tongji/Shanghai (2009) in China sowie der Universitäten Tsukuba-Tokio (2011) und Kwansei Gakuin-Kobe (2017) in Japan, pflegt er enge Beziehungen nach Asien. Als ehemaliges Staatsoberhaupt vertritt er Deutschland auf internationaler Ebene, so bei der Amtseinführung des argentinischen Präsidenten und des saudischen Königs, bei der Beerdigung des thailändischen Königs und internationalen Veranstaltungen in Katar und Tunesien. Von 2003 bis 2010 war Christian Wulff Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, von 1994-2003 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und dort Parteivorsitzender von 1994-2008. Von 1998-2010 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands. Nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten und dem Freispruch im anschließenden Prozess veröffentlichte er sein Buch „Ganz oben Ganz unten“, in dem er auch die Rolle von Medien, Politik und Justiz beschreibt. Mit seinen Kindern lebt Christian Wulff in Burgwedel bei Hannover. Er arbeitet als Bundespräsident a.D. in seinem Berliner Büro und als Rechtsanwalt in seiner Kanzlei in Hamburg.


Auf dem Bild: Bundespräsident a. D. Christian Wulff. Foto von Laurence Chaperon - Diese Datei ist ein Ausschnitt aus einer anderen Datei: Christian Wulff3.jpg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64349479