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Auf dem Bild: Fotocollage. Im Uhrzeigersinn von links: Bürgermeisterin Moenikes, Ulrich Raue und Roswitha Dasch, Dr. Thomas Pfeiffer, Vortrag in der Aula des THG. Fotos: VHS Waltrop
Überschrift
75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Vortag im THG und musikalisch-literarischer Abend im Kulturforum Kapelle am Holocaust-Gedenktag
Datum
28.01.2020
Meldung

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages gab es gestern zwei Veranstaltungen in Waltrop. Morgens begrüßte Bürgermeisterin Nicole Moenikes Dr. Thomas Pfeiffer, den Referenten für Rechtsextremismus-Prävention beim Verfassungsschutz NRW in der Aula des Theodor-Heus-Gymnasiums (THG), am Abend luden Nicole Moenikes und die Volkshochschule Waltrop zu einem musikalisch-literarischen Abend mit Jürgen Pohl, Georg Möllers, Ulrich Raue und Roswitha Dasch ins Kulturforum Kapelle in der Hochstraße 84. Das Thema der Lesungen und Vorträge lautete „75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz“.

In jedem Jahr würdigen die Volkshochschule Waltrop und Bürgermeisterin Nicole Moenikes den Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar eines jeden Jahres deutschlandweit und auch international begangen wird. Aus diesem Anlass finden an wechselnden Orten innerhalb der Stadt Veranstaltungen gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsradikalismus statt.

Um 10.00 Uhr war Dr. Thomas Pfeiffer im Theodor-Heuss-Gymnasium zu Gast. Der Dipl.-Journalist und Sozialwissenschaftler arbeitet als Wissenschaftlicher Referent für Rechtsextremismus-Prävention beim Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und ist Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bochum. Er hielt vor den Schülern seinen Vortrag „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ über „Rechtsextremismus heute“ und konstatierte unter anderem: „Nie war das Bild moderner, die Palette der Stile breiter, die Nähe zu den Ausdrucksformen aktueller Jugendkulturen größer.“

Die neuen Formen des Rechtsextremismus seien „zeitgemäß und dynamisch“, das gewünschte Image „cool, subversiv und provokant“. Die Inhalte sind jedoch im Kern gleichgeblieben: rassistisch und demokratiefeindlich. Im Fokus seines Vortrags standen vor allem Mittel und Strategien, um junge Menschen für diese Szene zu gewinnen. Zu den Lockmitteln zählen multimediale Angebote im Social Web oder Events wie Flashmobs und Konzerte.

Begrüßt wurde Dr. Pfeiffer von Bürgermeisterin Nicole Moenikes, die ebenfalls das Wort an die Waltroper Schülerinnen und Schüler richtete: „Erinnern heißt auch Auseinandersetzen! Die Erinnerung an diese Opfer soll uns mahnen, Verantwortung zu übernehmen für eine demokratische, freie und friedlich-tolerante Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft. Doch das Erinnern allein reicht nicht. Wir müssen daraus Lehren und Konsequenzen für unser Handeln ziehen. Wir müssen durch unser Handeln dafür Sorge tragen, dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz für Antisemitismus und Rassismus, für Hass und Hetze, für Diskriminierung und Ausgrenzung gibt. Artikel 1 des Grundgesetzes sagt es deutlich: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Immer und überall!“          

Vor dem musikalisch-literarischen Abend im Kulturforum Kapelle begrüßte Nicole Moenikes dann in Kooperation mit der Volkshochschule Jürgen Pohl (VHS-Leiter) und Georg Möllers (Beigeordneter) aus Recklinghausen im Rathaus. Anhand ihres Buches „Abgemeldet nach 'Unbekannt'“ erläutern die beiden die Deportation von Juden aus dem Vest Recklinghausen um 1942. Sie zeichnen darin die tragische Vorgeschichte der Entrechtung und Entwürdigung nach und beschreiben wie Frauen und Männer mit den Deportationszügen in das lettische Ghetto Riga gebracht wurden. Akribisch haben sie die Schicksale untersucht und dokumentiert.

Im Anschluss daran traten Roswitha Dasch und Ulrich Raue im Kulturforum auf und präsentierten ihr Tucholsky-Programm. Kurt Tucholsky war einer der renommiertesten und vielseitigsten Schriftsteller der Weimarer Republik, bissiger Satiriker und Autor von vielen Gedichten, Sketchen und Chansontexten.


Auf dem Bild: Fotocollage. Im Uhrzeigersinn von links: Bürgermeisterin Moenikes, Ulrich Raue und Roswitha Dasch, Dr. Thomas Pfeiffer, Vortrag in der Aula des THG. Fotos: VHS Waltrop