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Auf dem Bild (v.l.n.r.): Bürgermeisterin Nicole Moeinkes und Dr. Irmgard Schwaetzer bei der Eröffnung der Pro Asyl-Ausstellung im Rathaus Altbau. Foto: © Stadt Waltrop
Überschrift
„Menschen und Rechte sind unteilbar“ - Ausstellungseröffnung mit Dr. Irmgard Schwaetzer und Bürgermeisterin Nicole Moenikes im Rathaus
Datum
14.01.2020
Meldung

Dr. Irmgard Schwaetzer, ehemalige Bundesbauministerin und derzeitige Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war am 10. Januar 2020 zu Gast beim Christlichen Freitagsforum im Haus der Begegnung. Zuvor hat Dr. Schwaetzer gemeinsam mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes um 17.00 Uhr die Ausstellung „Menschen und Rechte sind unteilbar“ im Waltroper Rathaus eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 14. Februar kostenfrei im Rathaus Altbau zu sehen.

Vor ihrem Vortrag im Freitagsforum am vergangenen Freitag („Kirche und Gesellschaft im Umbruch“) wurde Dr. Schwaetzer um 17.00 Uhr im Rathaus erwartet. Dort eröffnete sie mit Nicole Moenikes die Ausstellung „Menschen und Rechte sind unteilbar“, die von der Organisation Pro Asyl zusammengestellt wurde. Die Ausstellung behandelt verschiedene Aspekte der Menschenrechte von ihrer Entstehung bis heute.

„Menschenrechte sind die unveräußerliche Grundlage demokratischer Gesellschaften. Dies wird gegenwärtig in Europa in Frage gestellt: Die Untergrabung der Unabhängigkeit von Gerichten, Angriffe gegen die Pressefreiheit, Einschränkung von Bürgerrechten und des Rechts auf Asyl – all das beobachten wir dort, wo Rechtspopulisten regieren.“ sagte Nicole Moenikes in ihrer Eröffnungsrede.

„Angesichts dieser Entwicklungen sollte man“, so die Bürgermeisterin weiter, „auch in Waltrop an die Bedeutung der Menschenrechte erinnern. Wie und unter welchen Umständen sind sie entstanden? Wie ist es den vielen unvergessenen Streiterinnen und Streitern gelungen, sie zu etablieren? Und warum müssen wir uns heute wieder verstärkt für sie engagieren?“ Diese und andere Fragen beantworte die Ausstellung in 15 Einzelplakaten.

„Eine Ausstellung übrigens, die von Misereor, Brot für die Welt und der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland, d. Red.) unterstützt wurde.“ sagte Nicole Moenikes. Die Bürgermeisterin weiter: „Und deshalb ist es für uns eine besondere Ehre, eine der höchstrangigen Vertreterinnen der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßen zu dürfen – die Herausgeberin der Zeitschrift Chrismon und Präses der Synode der EKD.“

Dr. Irmgard Schwaetzer – vielen noch bekannt unter dem Doppelnamen Adam-Schwaetzer – wurde in Münster geboren in und war von 1987 bis 1991 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Seit 2013 ist sie Präses (Vorsitzende) der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (weitere Infos zu Dr. Schwaetzer s.u.).

Gemeinsam eröffneten Schwaetzer und Moenikes die neue Rathaus-Ausstellung und zählten kurz darauf zu ihren ersten Besuchern. Beide stellten sich dabei unmissverständlich hinter das wichtige Motto „Menschen und Rechte sind unteilbar“.


Die Ausstellung im Rathaus kann bis zum 14. Februar 2020 während der gewohnten Öffnungszeiten kostenfrei besucht werden.


INFOS ZU DR. IRMGARD SCHWAETZER
Dr. Irmgard Schwaetzer stammt aus Westfalen, ist gelernte Apothekerin, war Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, über 20 Jahre lang Ministerin des Bundes und in den Neunziger Jahren Bundesbauministerin. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen - für Demokratie“ und Mitherausgeberin der Zeitschrift „Chrismon“. Nach dem Abitur am Neusprachlichen Mädchengymnasium in Warburg 1961 studierte Irmgard Schwaetzer Pharmazie in Passau, Münster und Bonn. 1968 erhielt sie ihre Approbation als Apothekerin. 1971 erfolgte ihre Promotion zum Dr. rer. nat. an der Universität Bonn. Sie war dann bis 1980 als leitende Angestellte in unterschiedlichen Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und der Konsumgüterindustrie tätig. Für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gehört sie seit Januar 2009 der Synode der EKD an. Seit 1975 ist Schwaetzer Mitglied der FDP. Von 1982 bis 1984 war sie Generalsekretärin der FDP. Von 1984 bis 1987 amtierte sie dann als Bundesschatzmeisterin. Von 1988 bis 1994 war sie zudem stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. Noch heute ist sie u. a. im Bereich der Frauenpolitik als Ehrenvorsitzende der Bundesvereinigung Liberaler Frauen aktiv. Von 1980 bis 2002 war Irmgard Schwaetzer Mitglied des Deutschen Bundestages. Nach der Bundestagswahl 1987 wurde sie 1987 als Staatsministerin im Auswärtigen Amt in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Nachdem die FDP bei der Bundestagswahl 1990 Stimmengewinne verbuchen konnte, wurde Irmgard Schwaetzer am 18. Januar 1991 zur Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau ernannt. Sie schied am 17. November 1994 aus der Bundesregierung aus. Von 2003 bis 2014 war sie Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen. Am 10. November 2013 wurde sie zur Präses (Vorsitzenden) der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. 2018 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.


Auf dem Bild (v.l.n.r.): Bürgermeisterin Nicole Moeinkes und Dr. Irmgard Schwaetzer bei der Eröffnung der Pro Asyl-Ausstellung im Rathaus Altbau. Foto: © Stadt Waltrop