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Auf dem Bild: Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Büromanagerin Bettina Reers mit ihren Organspendeausweisen. Foto: Stadt Waltrop
Überschrift
Aufruf der Bürgermeisterin: Förderung der Organspende in Nordrhein-Westfalen
Datum
28.02.2019
Meldung

12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spender-Organ. Im Schnitt sterben pro Tag drei von ihnen, weil kein passendes Organ zur Verfügung stand. Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes möchte die Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich mit dem wichtigen Thema auseinanderzusetzen und für sich selbst, ihre Familie und die behandelnden Ärzte Klarheit zu schaffen. Denn der Ausweis ist auch für diejenigen, die ihre Organe nicht spenden möchten, wichtig. So wissen die Angehörigen in jedem Fall Bescheid und müssen im Ernstfall diese schwierige Entscheidung nicht selbst treffen. Anlauf- und Beratungsstellen sind weiter unten verlinkt.


Aufruf von Nicole Moenikes:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wende mich direkt an Sie mit einer dringenden Bitte.

In Deutschland werden seit Jahren viel zu wenige Organe gespendet, um allen schwerkranken Menschen helfen zu können, die auf ein dringend benötigtes Spenderorgan warten. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es rund 2000 Menschen, die auf der Warteliste stehen.

Nur 36% der Bürgerinnen und Bürger haben einen Organspendeausweis ausgefüllt, obwohl 84 % einer Organspende positiv entgegenstehen, so lautet eine aktuelle Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Da über dieses Thema noch genügend Versicherung existiert, hat vor diesem Hintergrund die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein Faltblatt „Checklisten für die Erklärung zur Organ- und Gewebespende, Möglichkeiten der Dokumentation in Organspendeausweis und Patientenverfügung“ erstellt.

Im Falle einer Notlage werden die nachstehenden Angehörigen befragt und entscheiden dann nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. Das kann oftmals belastend sein und führt in der Regel zur Ablehnung einer möglichen Organspende. Ein weiteres wesentliches Hindernis bei der Identifizierung  von potenziellen Organspendern sind im Klinikalltag unklare Formulierungen in einer Patientenverfügung. Enthält diese nämlich keinen ausdrücklichen Passus zur Organspende, sehen Ärzte im Krankenhaus oft von der Weiterverfolgung einer möglichen Organspende ab.

Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Sie die entsprechenden Anlaufstellen (s.u. unter "INFO", d. Red.) aufsuchen und sich hinreichend informieren. Weitere Informationen erhalten Sie auch kostenlos beim Broschürenservice unter www.mags.nrw.de/organspende. Hier können Sie die entsprechenden Broschüren bestellen oder als PDF-Version herunterladen.

Es gibt auf die Frage „Organspende - ja oder nein“ keine richtige Antwort. Welche Entscheidung auch immer Sie treffen - niemand hat das Recht, Ihre persönliche Haltung in Frage zu stellen oder zu kritisieren. Wichtig ist aber, überhaupt eine Entscheidung zu treffen und diese in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Sie sollten vorher auch mit Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen über das Thema Organspende gesprochen haben, um Unklarheiten vorzubeugen. Das Ausfüllen eines Spenderausweises schafft Klarheit.

Ich habe mich bereits entschieden und bin bereits im Besitz eines Spenderausweises.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihre Nicole Moenikes


INFO
Erhältlich ist das Dokument bei verschiedenen Organisationen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder der Deutschen Herzstiftung, über das Infotelefon Organspende mit der Nummer 0800/90 40 400, bei der eigenen Krankenkasse oder in Arztpraxen und Apotheken. Alle Infos rund um den Organspendeausweis gibt es auf dieser Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): https://www.organspende-info.de/organspendeausweis


Auf dem Bild: Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Büromanagerin Bettina Reers mit ihren Organspendeausweisen. Foto: Stadt Waltrop