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Bild: Ausschnitt aus dem Filmplakat, Quelle: Open PR, Il Mare Film
Überschrift
VHS-Filmvorführung in Kooperation mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit aus Anlass des Holocaust-Gedenktages
Datum
12.01.2018
Meldung

Im Rahmen einer kulturellen und politischen Veranstaltung begehen Stadt Waltrop und Volkshochschule auch 2018 den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass zeigt die VHS in Kooperation mit der Bürgermeisterin und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Samstag, den 27. Januar 2018 um 19:30 Uhr im Kulturforum Kapelle (Hochstraße 20, 45731 Waltrop) den Film „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

Der deutsch-österreichische Film ist eine dokumentarische Tour de Force durch die eigene Familiengeschichte seiner Macher. Risse und Brüche, die das gewaltsame 20. Jahrhundert hinterlassen hat, werden erlebbar, wenn sich zehn Enkel eines Holocaust-Opfers im Hier und Jetzt begegnen. „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“ ist eine deutsch-jüdische Identitätssuche jenseits eingeübter Bilder und Riten. Der Film porträtiert seine Protagonisten weitgehend unkommentiert, indem er ihren Widerstand, die Widersprüche, ihre Einfälle wie ihr Vorstöße zulässt.

Bei der Filmvorführung sind die Berliner Filmemacher Silvia Holzinger und Peter Haas anwesend und stehen im Anschluss an die gut einstündige Aufführung für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Silvia Holzinger wurde 1966 in Österreich geboren. Sie studierte Kommunikationswissenschaften und Italienisch in Wien, Berlin und Rom. Seit 2008 lebt und arbeitet Silvia Holzinger mit Peter Haas in Berlin. Peter Haas wurde in Osnabrück 1965 geboren. Studium der Philosophie und Germanistik in Köln, Wien und Berlin. In Archiven haben Haas und seine Partnerin das Leben von Haas‘ Großvater vor 1933 rekonstruiert. Haas wollte, dass auch seine Cousinen und Cousins ihn kennenlernen und hat versucht, ihn in die Familie zurückzuholen. Dafür hat er seine Familien-Generation vor die Kamera gebeten.

>>> Zum Film-Trailer

Ebenfalls in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit führt die VHS Waltrop im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit (11.03. - 18.03.2018) weitere Veranstaltungen (Lesung/Theater, Konzert,...) durch.

Anmeldungen und Infos zur Filmvorführung und zum weiteren Programm und unter Tel.: 02309 96 26 0, per E-Mail unter vhs@vhs-waltrop.de, im Internet auf www.vhs-waltrop.de oder persönlich im Haus der Bildung und Kultur in der Ziegeleistraße 14, 45731 Waltrop.


VERANSTALTUNGSINFO
Filmvorführung mit anschließender Diskussion
„Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“
von Peter Haas und Silvia Holzinger, GER/AUT 2013, 66 Min., DCP, deutsch
27. Januar 2018, 19.30 Uhr
Kulturforum Kapelle, Hochstr. 20, 45731 Waltrop
Eintritt frei – Anmeldung erbeten

INFO ZUM HOLCAUST-GEDENKTAG
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er ist als Jahrestag bezogen auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt. Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.


INFO ZUM FILM
Dass sein Großvater 1942 in Buchenwald ermordet wurde, erfuhr Peter Haas als Kind, jedoch nicht von seinem Vater, der meistens schwieg und der sich bis heute an fast nichts erinnern kann. In seiner Familie gab es keine Familienfeste, keine Goldene Hochzeit, keine Einladung zum 80. Geburtstag. Ihn hat der jüdische Großvater jedoch nicht wieder in Ruhe gelassen, und so hat er sich auf die Suche gemacht nach dem letzten Juden in seiner Familie. In Archiven haben Haas und seine Partnerin Silvia Holzinger das Leben des Großvaters vor 1933 rekonstruiert. Peter Haas wollte, dass auch seine Generation - alle sind zwischen 40 und 50 - aufgesucht und vor die Kamera gebeten werden: zehn verstreut lebende Enkel. Der dabei entstandene Film dokumentiert scheinbar unvereinbare Positionen, die das Monströse erahnen lassen, welches bis heute auf uns wirkt. Erzählt wird keine lineare Geschichte, der Film porträtiert seine Protagonisten weitgehend unkommentiert, indem er ihren Widerstand, die Widersprüche, ihre Einfälle wie ihr Vorstöße zulässt. Eine deutsche Familie beginnt offen über ihre Herkunft nachzudenken und gelangt zu verblüffenden Einsichten zu Deutschland und den Deutschen, ohne erneut die Einteilung in Opfer und Täter zu strapazieren. Es gelingt ihr, ein Stück Vater-Land für sich zurück zu gewinnen.

Bild: Ausschnitt aus dem Filmplakat, Quelle: Open PR, © Il Mare Film 2013