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Auf dem Bild: Heiner Geißler (wikimedia commons)
Überschrift
Bundesminister a. D. Heiner Geißler kommt nach Waltrop: Lesung und Diskussion im Haus der Begegnung
Datum
03.01.2016
Meldung

Auf Einladung der Volkshochschule Waltrop, der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde und der Buchhandlung „Pro Büro“ kommt am Freitag, den 15. Januar 2016, im Rahmen des Freitagsforums Dr. Heiner Geißler nach Waltrop.

Dr. Heiner Geißler, geboren 1930, studierte als Mitglied des Jesuitenordens Philosophie und anschließend Rechtswissenschaften. Er war 25 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesminister, Bundesminister und Generalsekretär der CDU und gilt noch heute als einer der besten politischen Redner der Bundesrepublik. National und international engagiert er sich seit Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und die Humanisierung des Globalisierungsprozesses.

„Die Menschen haben das Vertrauen in die Politik verloren“ – so Geißlers Einschätzung – weil die Politiker „die Demokratie den Finanzmärkten ausgeliefert“ hätten. In Deutschland würden die Bürger nicht an Entscheidungen beteiligt, sondern „durch eine intransparente Staatsbürokratie  bevormundet.“

Gegen diese „absolutistischen Strukturen“ setzt Heiner Geißler das Programm einer „neuen Aufklärung“: „Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich aus ihrer Unmündigkeit befreien und wichtige Entscheidungen selbst in die Hand nehmen.“

„Sapere aude! (dt.: „Wage zu denken!“, d. Red.) Diese Aufforderung hatte Immanuel Kant 1784 zum Leitgedanken der Aufklärung erhoben. Wie vor über zweihundert Jahren befänden sich die Menschen auch heute wieder in Unmündigkeit. Die Ziele des Kapitalismus – immer mehr produzieren, konsumieren, Kapital akkumulieren", könnten nur „durch fortschreitende Ausbeutung des Menschen und der Natur erreicht werden“, so Geißler.

Dass der Kapitalismus eine Vernichtungsmaschine sei, dieses Urteil zu fällen sei die Aufgabe der modernen Aufklärung. Es müsste auch die Predigt der Weltreligionen sein, wenn sie denn endlich ihren rückwärtsgewandten Fundamentalismus überwänden, so die Thesen von Geißler.

Überall in der Welt zeigen sich Ansätze zum zivilen Widerstand: die arabischen Revolutionen, die Attac-, Occupy- und Ökologie-Bewegung, die Bürgeraufstände in Deutschland, der Türkei und Europa. Eine Revolution von unten sei in Gang gekommen, behauptet Geißler.

An den Vortrag von Heiner Geißler soll sich eine Diskussion anschließen.

INFO
Der Vortrag findet im Rahmen des Freitagsforums im Waltroper Haus der Begegnung (St. Peter) um 19.30 Uhr statt und der Eintritt beträgt 9,00 Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse 11,00 Euro, (ermäßigt: 6,00 Euro). Karten gibt’s in der Buchhandlung Hülsmann und in der VHS (Tel. 02309/9626-0; E-Mail: vhs@vhs-waltrop.de).


Auf dem Bild: Heiner Geißler (wikimedia commons)