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Auf dem Bild: Die Teilnehmenden der Fachtagung
Überschrift
Fachtagung in Düsseldorf: ProstituiertenSCHUTZgesetz – ZIEL VERFEHLT?!
Datum
08.11.2019
Meldung

Der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (LAG) ist es mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau, und Gleichstellung NRW gelungen, ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufzugreifen. Die Gleichstellungsbeauftragten luden am 6. November 2019 zur landesweiten Fachtagung: "ProstituiertenSCHUTZgesetz – ZIEL VERFEHLT?!" nach Düsseldorf.

Die LAG-Sprecherinnen Yvonne Tertilte-Rübo und Elisabeth Wilfart, die den Fachtag moderierten, begrüßten über 100 Interessierte aus ganz Nordrhein-Westfalen.  

Referentinnen und Referenten von den Fach-Beratungsstellen, Ordnungsämtern, Gesundheitsämtern, Gleichstellungsstellen und der Polizei berichteten von ihren Erfahrungen im Umgang mit dem Gesetz, das 2017 in Kraft getreten ist.

Die Bandbreite der Vorträge reichten von der Forderung, das Nordische Modell der Freierbestrafung und ein Sexkaufverbot einzuführen, bis zur Begrüßung des freien Arbeitens als Sexarbeiterin und der Verbesserung der steuerlichen Behandlung von Prostituierten. Diese Fülle von Informationen und Perspektiven wurde engagiert und teilweise kontrovers diskutiert. Es wurde deutlich, wie wichtig in diesem Themenbereich die Vernetzung und Kommunikation unter den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren ist.

„Prostitution findet überall statt und wir müssen diesem Feld, in dem überwiegend Frauen betroffen sind, besondere Aufmerksamkeit widmen, um Frauen wirksam zu schützen“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kleve, Yvonne Tertilte-Rübo.

Wie wichtig Information zum Thema Prostituiertenschutzgesetz ist, demonstrierte auch die Teilnahme der frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Grüne.

Fazit der Veranstaltung: Die Ziele der Bundesregierung, die durch das Gesetz erreicht werden sollen, wie das Schaffen von verträglichen Arbeitsbedingungen, das Zurückdrängen von Gefahren und Risiken in der Prostitution und das Bekämpfen von Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung, sind leider noch längst nicht erreicht. 

Elisabeth Wilfart, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Düsseldorf resümiert: "Wir danken dem Ministerium für die Unterstützung. Durch den Fachtag wurde deutlich, es gilt weiter daran zu arbeiten, Beratungs- und Unterstützungsangebote zu stärken und das Vernetzen der einschlägigen Expertinnen und Experten sowie Akteurinnen und Akteure zu optimieren."

Die vielen positiven Stimmen der Teilnehmenden dokumentieren eine gelungene Fachtagung, die nicht die letzte ihrer Art sein sollte. Eine Dokumentation wird 2020 auf der Webseite der LAG NRW zu finden sein.

>>> Zur Website der LAG NRW

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Yvonne Tertilte-Rübo (Sprecherin der LAG NRW), Petra Jochheim (SOLWODI Oberhausen), Simone Kleinert (TERRE DES FEMMES Dortmund), Laura-Maria Lintzen und Tamara Degenhardt (Kober Dortmund), Sabine Reeh (Tamar Soest), Anne Rossenbach (RAHAB Köln), Gerold Lübken (Ordnungsamt Düsseldorf), Elisabeth Wilfart (Sprecherin der LAG NRW), Peter Thülig (Gesundheitsamt Düsseldorf), Silvia Vorhauer (Mitternachtsmission Dortmund), Philipp Braun und Roman Sylejmani ("Flingern mobil" Düsseldorf), Heike Kötner (Madonna Bochum), Birgit Reiche (Tamar Soest).