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Auf dem Bild (v.l.n.r): Saskia Jürgens, Ministerpräsident Armin Laschet und Bürgermeisterin Nicole Moenikes bei der Feierstunde im Sport- und Olympiamuseum zu Köln anlässlich der Verleihung der Rettungsmedaille des Landes NRW. Foto: Stadt Waltrop
Überschrift
Saskia Jürgens erhält die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen
Datum
07.11.2019
Meldung

Die junge Waltroperin Saskia Jürgens ist zu einem Vorbild für Zivilcourage geworden. Zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass die mittlerweile 19-jährige zur Lebensretterin wurde. 2017 rettete sie in Dortmund-Mengede zwei Gewaltopfern das Leben. Für ihren Mut verlieh ihr gestern NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Köln die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit der Waltroperin wurden 19 weitere Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet.

Am 26. Februar 2017 wurde die damals 17-jährige Saskia Jürgens Zeugin einer gewaltsamen Auseinandersetzung am Bahnhof Mengede. Zehn junge Männer hatten zwei Opfer mit Messern, Golfschlägern und weiteren Waffen attackiert. Als auf die Verletzten weiter eingeschlagen und eingestochen wurde, kam Saskia Jürgens dazu. Sie war auf dem Heimweg und griff blitzschnell, intuitiv und mutig ein. Wiederholt zog sie den 19-jährigen Haupt-Täter von seinem Opfer weg, rief umstehende Passanten zu Hilfe und forderte die Tätergruppe vehement auf, von den Opfern abzulassen. Schließlich flüchteten die Täter. Während umherstehende Erwachsene tatenlos geblieben waren, hatte die Jugendliche somit Leben gerettet. Nicht nur schlug sie die Täter schlussendlich in die Flucht, auch blieb sie bei den Opfern und leistete Erste Hilfe.

Ihr couragierter Einsatz machte sie bundesweit bekannt und brachte ihr neben einer Einladung von Bürgermeisterin Nicole Moenikes und einem Eintrag ins Goldene Buch ihrer Heimatstadt mehrere Ehrungen und Preise ein. Sie wurde vom Dortmunder Polizeipräsidenten ausgezeichnet und erhielt den XY-Preis für Zivilcourage, den die ZDF Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ vergibt. Auch vom damaligen Bundesinnenminister Thomas de Maiziére wurde sie geehrt.

Ihr war das alles etwas zu viel: Sie sagte, sie habe „niemals mit all dem, was im Nachgang passiert ist, gerechnet“. Sie würde es „heute wohl wieder so machen“, so Jürgens, allerdings würde sie „dann erst die Polizei alarmieren“.

Jetzt kam Saskia Jürgens eine weitere, große Ehrung zuteil. Auf Einladung von Armin Laschet reiste die Waltroperin - unterstützt von Bürgermeisterin Nicole Moenikes - am gestrigen Mittwoch, dem 6. November 2019, nach Köln. Im dortigen Sport- und Olympiamuseum überreichte ihr der Landesministerpräsident die Rettungsmedaille des Landes NRW.

Bei der Feierstunde sagte Laschet: „Die Menschen, die wir heute hier auszeichnen, sind bei ihren Rettungstaten über sich hinausgewachsen. Sie haben sich selbst in Lebensgefahr begeben und dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und so Frauen, Männer und Kinder gerettet, die sich in äußerster Not befanden. Diese Retterinnen und Retter sind Beispiele für herausragenden Mut und Zivilcourage, auf die ganz Nordrhein-Westfalen stolz ist.“
 
Der Ministerpräsident weiter: „Die Retterinnen und Retter haben Maßstäbe gesetzt in einer Zeit, in der die Klagen über eine Verrohung unserer Gesellschaft zunehmen und in der Vorbilder wichtiger sind, als sie es je zuvor waren. Sie verdienen unser aller Wertschätzung und unseren großen Respekt.“

 
INFO
Die Landes-Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit ihr werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage gerettet haben. Insgesamt wurde die Medaille aus massivem Silber bisher 1.286 Mal verliehen.


Auf dem Bild (v.l.n.r): Saskia Jürgens, Ministerpräsident Armin Laschet und Bürgermeisterin Nicole Moenikes bei der Feierstunde im Sport- und Olympiamuseum zu Köln anlässlich der Verleihung der Rettungsmedaille des Landes NRW. Foto: Stadt Waltrop