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 Auf dem Bild (v.l.n.r.): Abschlussveranstaltung des InnovationCity-Projekts in Herne. Foto: Innovation City Roll Out Ruhr
Überschrift
InnovationCity roll out: Energetisches Quartierskonzept für den Hirschkamp und die Alte Kolonie liegt vor
Datum
04.07.2019
Meldung

 

InnovationCity-Projekt deckt Energiepotenziale auf: Metropole Ruhr muss Vorreiter für Klimaschutz werden – Waltrop ist dabei

Die Innovation City Management GmbH (ICM) belegt mit ihren Ergebnissen aus dem Klimaschutzprojekt „InnovationCity roll out“, dass Klimaschutz in Deutschland machbar ist. Präsentiert wurden die Zahlen und Fakten der insgesamt dreijährigen Analyse am vergangenen Montag bei einer Abschlussveranstaltung in Herne, an der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, NRW-Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner sowie zahlreiche Repräsentanten aus Kommunen, Energie- und Wohnungswirtschaft teilnahmen.

Von 2016 bis 2019 wurden 20 Quartiere in 17 Städten der Metropole Ruhr untersucht - darunter die Quartiere Hirschkamp und Alte Kolonie in Waltrop. Auf über 5.000 Seiten führt die ICM in den 20 integrierten energetischen Quartierskonzepten aus, wie sich sowohl industriell als auch ländlich geprägte Quartiere in energieeffiziente Quartiere wandeln können.

"Klimaschutz vom Quartier aus denken"

„Von der Kohle zu erneuerbaren Energien: Klimaschutz ist machbar, wenn er von unten organisiert und vom Quartier aus gedacht wird“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der ICM mit Sitz in der Klima-Modellstadt Bottrop. Die Erkenntnisse aus dem Projekt zeigten, dass man eine Klimawende in Deutschland anstoßen könne. Drescher: „Das ist kein Zauberwerk. Denn Klimaschutz hat nichts mit Enthaltsamkeit und Entbehrung zu tun. Klimaschutz schafft mehr Lebensqualität und Arbeitsplätze.

Die Metropole Ruhr, die in Zeiten des Wiederaufbaus schon einmal die Energiezentrale des Landes gewesen ist, müsse jetzt Vorreiter für machbaren Klimaschutz werden.

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, erklärte in Herne: „Die Urbanisierung ist weltweit ein Trend. Wo jedoch die meisten Menschen leben, entstehen auch die meisten Treibhausgase. Deshalb muss Klimaschutz hier ansetzen. Das ist auch die Idee von InnovationCity. Eine sehr gute Idee und ein höchst erfolgreiches Projekt.“

InnovationCity Roll Out: Waltrop ist dabei

Die Innovation City Management GmbH (ICM) hatte vor wenigen Wochen das Quartierskonzept für die Waltroper Siedlungen Hirschkamp und Alte Kolonie an Bürgermeisterin Nicole Moenikes übergeben. Das Konzept basiert auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt Waltrop, Innogy, Stadtwerke Waltrop und VONOVIA. Eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 6,5 Prozent und der Treibhausgas-Emissionen um 8,2 Prozent binnen fünf Jahren sind damit realistisch.  

Das Integrierte Energetische Quartierskonzept für Waltrop Hirschkamp / Alte Kolonie bildet den „energetischen Regieplan“ für ein zukünftiges Sanierungsmanagement, das unter anderem Immobilieneigentümer bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützen soll.

„Dadurch wird die Stadt Waltrop klimafreundlicher, effizienter und fit für die Zukunft“, erläutert Bürgermeisterin Nicole Moenikes.

Bereits Mitte Juni 2019 hat die Stadt Waltrop gemeinsam mit der innogy SE, den Stadtwerken Waltrop GmbH & Co. KG und der Vonovia SE eine Zielvereinbarung unterzeichnet. Darin sagen die Partner zu, die Entwicklung des Quartiers zu unterstützen und eine zeitnahe Umsetzung anzustreben.

Ergebnisse der Analysen

Die energetische Analyse zeigt unter anderem auf, dass Sanierungen von Wohngebäuden und Modernisierungen alter Heizungsanlagen die größten Hebel darstellen, um CO2-Emmisionen im Quartier zu reduzieren. In insgesamt 34 Maßnahmen sieht das Konzept beispielsweise den Ausbau von Photovoltaik, die Initiierung von Mieterstrommodellen sowie die Ausweitung einer klimagerechten Mobilität vor. Ebenfalls thematisiert werden Klimaschutzaktionen im Kindergarten, Mieterprojekte zum Energiesparen und Energielotsen für fremdsprachige Haushalte.

Sehr realistisch und konservativ gerechnet können in den kommenden fünf Jahren der Endenergieverbrauch um 6,5 Prozent (ca. 1.700 MWh/a) und die Treibhausgas-Emissionen um 8,2 Prozent (690 Tonnen CO2eq/a) gesenkt werden.

Dies entspricht dem durchschnittlichen Wärme- und Strombedarf von knapp 100 Vier-Personen-Haushalten in Deutschland. Die eingesparten Treibhausgase entsprechen dem durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoß von ca. 75 Personen oder den durchschnittlichen verkehrsbedingten Emissionen von 460 Berufspendlern pro Jahr.

INFO: InnovationCity roll out
Der Name „InnovationCity roll out“ steht für eines der größten Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Dessen Ziel ist, durch Analyse, Konzeptentwicklung und eine darauf folgende Umsetzung eine deutliche CO2-Reduktion zu erzielen und die „Energiewende von unten“ weiter voranzutreiben. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem 2010 gestarteten Projekt „InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop“ sollen im Rahmen des InnovationCity roll out auf 20 Quartiere der Metropolregion Ruhr übertragen werden. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“. Alle wichtigen Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Projekt des „InnovationCity roll out“ und Informationen zum Quartier Waltrop Hirschkamp / Alte Kolonie finden sich unter www.icrollout.de.

KONTAKTE
Pressestelle Stadt Waltrop
Patricia Neuhaus
Telefon 02309-930233
Patricia.Neuhaus@waltrop.de
Wirtschaftsförderung Waltrop
Thomas Paschek
Telefon 02309-930353
Thomas.Paschek@waltrop.de

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Abschlussveranstaltung des InnovationCity-Projekts in Herne. Foto: Innovation City Roll Out Ruhr