Schleusenpark Waltrop
Über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt - die Schiffshebewerke in Waltrop
An Sehenswürdigkeiten und Besuchszielen ragen die Schleusen und Schiffshebewerke hervor, die Waltrop den Beinamen "Stadt der Schiffshebewerke" gegeben haben. Täglich kommen Besucher des In- und Auslandes, um die Waltroper Schleusen und Hebewerke am Dortmund-Ems-Kanal zu besichtigen.
Das "Alte Schiffshebewerk Henrichenburg" wurde von 1894 bis 1899 als erstes Bauwerk dieser Art in Deutschland errichtet. Das Schwimmerhebewerk, mit dem ein Höhenunterschied von 14 m überwunden wurde, galt für die damalige Zeit nach Größe und Bauart als technisches Wunderwerk und wurde zusammen mit dem Dortmund-Ems-Kanal im Jahre 1899 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Nach der Stillegung im Jahre 1970 verfiel das Hebewerk, bis der Landschaftsverband Westfalen-Lippe neun Jahre später beschloss, das technische Kulturdenkmal als einen von insgesamt acht Standorten des Westfälischen Industriemuseums aufzubauen. Hebewerk, Maschinenhaus und historische Schiffe mussten restauriert und rekonstruiert werden, bis 1992 das Museum eröffnet wurde. 1995 erhielt es den international angesehenen Sonderpreis als "Europäisches Museum des Jahres".
Zum Museum gehören neben dem Hebewerk mit seinen fünf Schwimmerschächten auch schwimmende Arbeitsgeräte und historische Schiffe wie das Motorgüterschiff "Franz-Christian" mit der Ausstellung "Arbeit und Leben an Bord".
Der ständig wachsende Schiffsverkehr führte in den Jahren 1908 bis 1914 zum Bau des Rhein-Herne-Kanals und im Zusammenhang damit zur Errichtung einer Schachtschleuse auf Waltroper Gebiet.
Diese Schleuse, von 1914 bis 1989 in Betrieb, wurde ersetzt durch die neue Großschleuse, die seit 1989 Großmotorgüterschiffe und Schubverbände heben und senken kann. Die alte Schleuse steht mittlerweile unter Denkmalschutz. In die ehemalige Schleusenkammer wurde eine 'Schiefe Ebene' eingebaut, die zu einem Spaziergang durch das Industriedenkmal einlädt.
Das 1962 in Betrieb genommene "Neue Schiffshebewerk" und die neue Schleuse von 1989 bewältigen den gegenwärtigen Schiffsverkehr. In der 1992 eröffneten Ausstellungshalle werden Besucher über Wasserstraßen und über die Leistungen der Binnenschifffahrt informiert. Darüber hinaus können sie hier das Heben und Absenken der Schiffe live miterleben.
Der gesamte "Schleusenpark Waltrop", der also zwei Schleusen (von 1914 und 1989) und zwei Schiffshebewerke (von 1899 und 1962) umfasst, ist seid demJahre 1999, dem Präsentationsjahr für die Projekte des IBA Emscherparks und zum 100jährigen Jubiläum von Dortmund-Ems-Kanal und Altem Schiffshebewerk, für die Öffentlichkeit zugänglich. Seid 1999 ist auch das damals noch trockenliegende Oberwasser des alten Hebewerks wieder ausgebaut und geflutet.
Im Rahmen der vom KVR konzipierten "Routen der Industriekultur" ist das Schiffshebewerk Ausgangspunkt für die Themenroute "Kanäle und Schifffahrt im Ruhrgebiet".
Schon heute werden die Sehenswürdigkeiten von über 100.000 Menschen im Jahr aus Nah und Fern besucht.
Westfälisches Industriemuseum
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Telefon: 0 23 63 - 9 70 70
Museumsleiter: Herbert Niewerth
Öffnungszeiten: ganzjährig
Dienstag - Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
(Einlaß bis 17.00 Uhr)
Für Besucher, die nicht nur das Museum, sondern auch das neue Hebewerk, die beiden Schleusen und die Ausstellung besichtigen möchten, empfehlen wir die kostengünstige Kombikarte.

