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 Bild: THG Waltrop – Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2017, © Philipp Happ, Lukas Kusemann (Derivat)
Überschrift
Holocaust-Gedenktag 2017: Kerzengang zum Mahnmal in Holthausen mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes – Dany Bober im Kulturforum Kapelle
Datum
23.01.2017
Meldung

 

Der 27. Januar 2017 ist Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag des Gedenkens wurde 1996 von Bundespräsident Roman Herzog eingeführt. Er dient der Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur, zu denen unter anderem Juden, Christen, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle sowie politisch Andersdenkende gehörten. Der Holocaust-Gedenktag soll auch mahnen, wohin Extremismus, Nationalismus und Totalitarismus führen können. Wir gedenken der Vergangenheit, aber schauen auch in Gegenwart und Zukunft.

Seit vielen Jahren gibt es in Waltrop am 27. Januar seitens der Stadt, der Schulen und der Volkshochschule Aktionen zum Gedenken an die Holocaust-Opfer. In diesem Jahr wird eine neue Info-Tafel eingeweiht, die an das „Zentrale Entbindungs- und Abtreibungslager für Westfalen Waltrop-Holthausen“ erinnert (16.00 Uhr, Borker Straße). Im Kulturforum-Kapelle tritt außerdem im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule Waltrop der jüdische Künstler Dany Bober auf (20.00 Uhr, Hochstraße 20).

Bei einem Kerzengang weiht Bürgermeisterin Nicole Moenikes gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) die Info-Tafel zum ehemaligen Entbindungs- und Abtreibungslager am Mahnmal in Waltrop-Holthausen ein. Das THG lädt alle Interessierten herzlich ein. Treffpunkt am Mahnmal in der Borker Straße ist um 16.00 Uhr. Ein Bus bringt die Teilnehmer kostenlos von der Innenstadt nach Holthausen, Abfahrt ist um 15.30 Uhr von der Haltestelle „Am Moselbach“.

Abends lädt dann die VHS zu einer jüdischen Zeitreise in Lieder und Gedichten. Um 20.00 Uhr tritt Dany Bober im Kulturforum Kapelle auf und lässt die Vielfalt der jüdischen Kultur lebendig werden. Zwischen den Liedern erzählt er die Geschichte, die den Rahmen zu seinen Liedern bildet. Der Eintritt ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung bei der VHS ist wünschenswert (Tel. 02309 96 26 0).


INFO ZUM MAHNMAL IN HOLTHAUSEN
Das „Zentrale Entbindungs- und Abtreibungslager für Westfalen Waltrop-Holthausen“ bestand vom 28. April 1943 bis zum Herbst 1945. Während dieser Zeit kamen dort 1.273 Kinder zur Welt, von denen nur ungefähr zwei Drittel den Lageraufenthalt überlebten. Mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen in Waltrop am 4. April 1945 wurde das Lager befreit. Das Lager befand sich abseits des Ortskerns in der Waltroper Bauerschaft Holthausen war das größte Lager dieser Art im Deutschen Reich. Vorrangig diente es dazu, meist aus östlichen Ländern  – Russland, Ukraine, Polen – stammende, schwangere Zwangsarbeiterinnen schnell wieder arbeitsfähig zu machen, teilweise auch durch Zwangsabtreibungen. Im Lager herrschten menschenunwürdige Bedingungen. Nach der Geburt wurden die Neugeborenen sofort von ihren Müttern getrennt, die vor und nach der Entbindung bei den umliegenden Bauern Zwangsarbeit verrichten mussten. Heute steht in Waltrop-Holthausen ein Mahnmal – die Lagergebäude existieren nicht mehr.

VERANSTALTUNGSINFO
Kerzengang zum Mahnmal in Holthausen
mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes
Einweihung einer neuen Infotafel
27.01.2017, 16.00 Uhr, Borker Straße
(Shuttle-Bus um 15.30 Uhr am Moselbach)


VERANSTALTUNGSINFO

Dany Bober – Jüdische Zeitreise in Liedern und Gedichten
27.01.2017, 20.00 Uhr
Kulturforum Kapelle, Hochstraße 20, 45731 Waltrop
(Eintritt frei, Anmeldung bei VHS erwünscht: 02309 96 26 0)


Bild: THG Waltrop – Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2017, © Philipp Happ, Lukas Kusemann (Derivat)