Früher "Alte Zeche Waltrop" - heute "Gewerbepark Zeche Waltrop"

Bild von einem ZechengebäudeSeit der frühen Neuzeit wird im Ruhrgebiet Steinkohle gefördert, zunächst oberflächennah aus kleinen Gruben und Stollenzechen, später über Schächte auch aus großen Tiefen. Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert in Deutschland wäre ohne Kohle nicht möglich gewesen. Im Ruhrgebiet entstanden Hochöfen und Stahlfabriken, um "das schwarze Gold" an Ort und Stelle zu nutzen. Kohle wurde somit für weit mehr als ein Jahrhundert zum Motor der industriellen Entwicklung und des Wohlstands in ganz Deutschland.

So verwundert es nicht, dass das Bild des Ruhrgebiets - einer der größten Ballungsräume in Europa - im übrigen Deutschland nach wie vor stark von der Montanindustrie geprägt ist. Tatsächlich aber sind bis heute fast alle Zechen stillgelegt, die Übertageanlagen weitgehend abgeräumt. Was dereinst gleichzeitig für hunderttausende Menschen Arbeit und Lebensmittelpunkt war, ist - von einigen herausragenden Industriedenkmälern abgesehen - wieder unter Tage, unter Straßen und Siedlungen, Gewerbegebieten und Parks verschwunden. 

Doch zu diesem Industriedenkmälern gehört auch die Alte Zeche Waltrop - heute als "Gewerbepark Zeche Waltrop" bekannt. Sie ist laut route industriekultur "eine der schönsten Schachtanlagen des Ruhrgebiets" und belegte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Riesenareal in Waltrop-Brockenscheidt.

Zahlreiche Gleise durchzogen das Gelände, aus mächtigen Schloten quoll dunkler Qualm. Die metallischen Strebengerüste der beiden Förder- und Materialschächte 1 und 2 standen in direktem Kontrast zu den Giebelbauten und Jugendstilhallen, die als Maschinenhalle oder Schalterhaus genutzt wurden. Dahinter standen die Kohlenwäsche und der Kühlturm.
 Bild von einem Zechengebäude

Wer heute auf das Gelände in Brockenscheidt kommt, glaubt nicht, was einmal hier gestanden hat. Hinter der schönen Zechenmauer stehen einzig noch elf Hallen, die auf dem großen Gelände verblieben sind und heute unter Denkmalschutz stehen. Gleich hinter dem Pförtnerhaus findet man ein Gebäude aus den 50er Jahren, die Milchbar. Dahinter folgen Schalterhaus und Maschinenhalle, weiter zurück die Lohnhalle und der Lokschuppen samt altem Verwaltungsgebäude.

Keine Spur mehr von den vielen Gleisanlagen, keine Gerüste und keine Schlote mehr. Dennoch wirkt das Gelände lebendig. Die Gebäude haben ein aufpoliertes Antlitz bekommen, innen werkeln wieder wie damals viele Menschen. Doch die Nutzung der Hallen ist eine andere. Dienstleistungsgewerbe, Einzelhandel und Kreativwirtschaft haben in den historischen Gemäuern ein neues Zuhause gefunden.

Oben auf der Halde treffen sich Ausflügler, um vom Spurwerkturm aus den Blick über Brockenscheidt bis hinaus nach Brambauer zu genießen. Dreht man sich wieder um, dominiert das Hallen-Ensemble. 

Bild von einem Zechengebäude

Einen guten Überblick über die Zeche Waltrop verschafft man sich auf dem Kartenportal von:  regiofreizeit_logo_180x45px_03

 

Wirtschaftliche und Standort-Informationen zum Gewerbepark Zeche Waltrop finden Sie hier.